Fachlich geprüft mit Blick auf die korrekte Wiedergabe der DRV-Statistiken zu Bestand, Zahlbeträgen, Diagnosegruppen und Ablehnungsquoten.
Das Wichtigste in Kürze
- Über 1,79 Millionen Menschen beziehen eine Erwerbsminderungsrente – rund 171.000 Neuzugänge pro Jahr (2024: 171.732).
- Neu bewilligte EM-Renten liegen im Schnitt bei 1.041 € monatlich; volle EM-Renten bei rund 1.100 €, teilweise bei etwa 610 € (vor Steuern).
- Häufigste Ursache sind psychische Erkrankungen: 41,8 % der Neubewilligungen 2023 – im Jahr 2000 waren es erst 24,2 %.
- Rund 44 % der Anträge werden zunächst abgelehnt; die Bearbeitung dauert im Schnitt 146 Tage.
- Das durchschnittliche Zugangsalter liegt bei rund 54 Jahren – jeder zehnte Betroffene ist jünger als 45.
Mehr als 1,79 Millionen Menschen in Deutschland beziehen eine Erwerbsminderungsrente, rund 171.000 kommen pro Jahr neu hinzu – und mit 41,8 Prozent sind psychische Erkrankungen die mit Abstand häufigste Ursache. Diese Seite bündelt die wichtigsten Zahlen der Deutschen Rentenversicherung zur EM-Rente – kompakt, mit Primärquellen belegt und frei zitierbar.
Wie viele Menschen beziehen eine Erwerbsminderungsrente?
Über 1,79 Millionen Menschen erhalten aktuell eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit. Jährlich kommen rund 171.000 Neuzugänge hinzu (2024: 171.732) – das entspricht etwa jedem fünften neuen Rentenzugang insgesamt. Das durchschnittliche Zugangsalter liegt bei rund 54 Jahren; ungefähr jeder zehnte EM-Rentner ist jünger als 45.
Quellen: DRV-Statistikportal (Rentenbestand); Rentenversicherungsbericht 2025 (Neuzugänge)
Wie hoch ist die durchschnittliche Erwerbsminderungsrente?
Neu bewilligte Erwerbsminderungsrenten lagen 2024 im Schnitt bei 1.041 Euro im Monat (Männer: 1.078 Euro, Frauen: 1.010 Euro). Volle Erwerbsminderungsrenten erreichen im Zugang durchschnittlich rund 1.100 Euro, teilweise Erwerbsminderungsrenten nur etwa 610 Euro – vor Steuern und Sozialabgaben.
Quelle: Deutsche Rentenversicherung, Rentenzugangsstatistik 2024 (Zahlbeträge vor Steuern)
Zur Einordnung: Das mittlere Nettoeinkommen Vollzeitbeschäftigter liegt weit darüber – die Lücke zwischen letztem Einkommen und EM-Rente müssen Betroffene privat schließen, etwa über eine Berufsunfähigkeitsversicherung.
Was sind die häufigsten Ursachen einer Erwerbsminderung?
Psychische Erkrankungen sind seit Jahren die dominierende Ursache: 41,8 Prozent der 2023 neu bewilligten EM-Renten gingen auf seelische Leiden zurück – im Jahr 2000 waren es erst 24,2 Prozent. Es folgen Krebserkrankungen sowie Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems; zusammen stehen diese drei Gruppen für rund zwei Drittel aller Fälle.
Quelle: Deutsche Rentenversicherung, Rentenzugang nach Diagnosegruppen
Wie viele Anträge auf Erwerbsminderungsrente werden abgelehnt?
Rund 44 Prozent der Anträge auf Erwerbsminderungsrente werden zunächst abgelehnt – meist, weil die medizinischen Voraussetzungen aus Sicht der Rentenversicherung nicht nachgewiesen sind oder versicherungsrechtliche Zeiten fehlen. Die durchschnittliche Bearbeitungsdauer eines Antrags liegt bei etwa 146 Tagen. Gegen einen Ablehnungsbescheid ist innerhalb eines Monats Widerspruch möglich – wie das geht, zeigt unser Ratgeber EM-Rente beantragen.
Quellen: DRV-Statistikportal (Bearbeitungsdauer); Sozialverband VdK (Ablehnungsquote)
Was bedeuten diese Zahlen für die private Vorsorge?
Drei Befunde stechen heraus: Erwerbsminderung trifft Menschen im Schnitt mit Mitte 50 – mitten im Erwerbsleben. Die häufigste Ursache ist psychisch – ein Risiko, das klassische Unfallversicherungen nicht abdecken. Und selbst die volle EM-Rente ersetzt nur einen Bruchteil des letzten Einkommens. Genau diese Lücke ist der Kern des Falls für die Berufsunfähigkeitsversicherung – und für die frühzeitige Planung mit dem Rentenbeginn-Rechner.
Diese Zahlen frei verwenden
Alle Statistiken auf dieser Seite stammen aus öffentlichen Primärquellen (Deutsche Rentenversicherung, Rentenversicherungsbericht) und wurden redaktionell geprüft. Sie dürfen die aufbereiteten Zahlen und Grafiken für Presse, Blog oder Forschung frei verwenden – mit Quellenangabe und Link auf diese Seite.
Zitiervorschlag: „Erwerbsminderungsrente in Zahlen – versicherungsvergleiche.de, Stand Juli 2026”
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Menschen bekommen in Deutschland Erwerbsminderungsrente?
Über 1,79 Millionen Menschen beziehen aktuell eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit; jährlich kommen rund 171.000 neue Fälle hinzu.
Wie hoch ist die Erwerbsminderungsrente im Durchschnitt?
Neu bewilligte EM-Renten lagen 2024 bei durchschnittlich 1.041 Euro monatlich – volle Erwerbsminderungsrenten bei rund 1.100 Euro, teilweise bei etwa 610 Euro, jeweils vor Steuern.
Was ist die häufigste Ursache für Erwerbsminderung?
Psychische Erkrankungen mit 41,8 Prozent der Neubewilligungen (2023) – ihr Anteil hat sich seit dem Jahr 2000 (24,2 Prozent) fast verdoppelt.
Wie viele EM-Anträge werden abgelehnt?
Rund 44 Prozent der Anträge werden zunächst abgelehnt. Ein Widerspruch innerhalb der Monatsfrist hat in vielen Fällen Erfolg, besonders mit ärztlich gut dokumentiertem Krankheitsverlauf.
In welchem Alter wird man typischerweise erwerbsgemindert?
Das durchschnittliche Zugangsalter liegt bei rund 54 Jahren – etwa jeder zehnte Betroffene ist jünger als 45.
Quellen und Methodik
- Deutsche Rentenversicherung: „Rentenversicherung in Zahlen” (jährliche Statistikpublikation)
- DRV-Statistikportal (Rentenbestand, Zugänge, Diagnosegruppen, Bearbeitungsdauern)
- Rentenversicherungsbericht 2025 (Bundestags-Unterrichtung; Neuzugänge und Zahlbeträge 2024)
Alle Beträge sind Brutto-Zahlbeträge vor Steuern und Sozialabgaben. Werte mit „rund/etwa” sind gerundete Durchschnitte der jeweils letzten verfügbaren Berichtsjahre (2023/2024). Nächste Aktualisierung mit Erscheinen der DRV-Jahresstatistik.
Weiterführende Themen
- Erwerbsminderungsrente: Voraussetzungen, Höhe und Antrag – der große Ratgeber
- Berufsunfähigkeitsversicherung – die private Absicherung der Arbeitskraft
- Rentenbeginn-Rechner – wann Sie abschlagsfrei in Rente können
- Krankengeld-Rechner – die Einkommenslücke vor der EM-Rente