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Kann ich meine private Rechtsschutzversicherung mit der Firmenrechtsschutzversicherung kombinieren?

Aktualisiert: 14. Juni 2026  ·  Veröffentlicht: 15. September 2024
Von Andreas Quast Aktualisiert:
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Ja, eine Kombination aus privater und Firmenrechtsschutzversicherung ist nicht nur möglich, sondern für viele Selbstständige und Freiberufler sogar empfehlenswert. Beide Versicherungen decken unterschiedliche Rechtsbereiche ab und ergänzen sich optimal, wenn sie richtig strukturiert sind. Viele Versicherer bieten spezielle Kombi-Tarife an, die sowohl private als auch berufliche Rechtsrisiken in einer Police oder als koordinierte Lösung absichern.

Ja, eine Kom­bi­na­ti­on aus pri­va­ter und Fir­men­rechts­schutz­ver­si­che­rung ist nicht nur mög­lich, son­dern für vie­le Selbst­stän­di­ge und Frei­be­ruf­ler sogar emp­feh­lens­wert. Bei­de Ver­si­che­run­gen decken unter­schied­li­che Rechts­be­rei­che ab und ergän­zen sich opti­mal, wenn sie rich­tig struk­tu­riert sind. Vie­le Ver­si­che­rer bie­ten spe­zi­el­le Kom­bi-Tari­fe an, die sowohl pri­va­te als auch beruf­li­che Rechts­ri­si­ken in einer Poli­ce oder als koor­di­nier­te Lösung absichern.

Unter­schied­li­che Deckungs­be­rei­che: Pri­va­te vs. Firmenrechtsschutz

Die ent­schei­den­de Fra­ge bei der Kom­bi­na­ti­on ist: Wel­che Rechts­be­rei­che deckt wel­che Ver­si­che­rung ab? Eine kla­re Tren­nung ver­hin­dert Lücken und unnö­ti­ge Doppelversicherungen.

Pri­va­te Rechts­schutz­ver­si­che­rung schützt vor:

  • Pri­va­ten Ver­trags­strei­tig­kei­ten (Kauf­ver­trä­ge, Miet­ver­trä­ge, Versicherungsangelegenheiten)
  • Ver­kehrs­rechts­schutz (Unfäl­le, Buß­geld­ver­fah­ren als Privatperson)
  • Miet­rechts­schutz für Wohn­räu­me (Strei­tig­kei­ten mit Ver­mie­tern oder Nachbarn)
  • Arbeits­rechts­schutz als Arbeit­neh­mer (Kün­di­gun­gen, Gehaltsstreitigkeiten)
  • Fami­li­en­rechts­an­ge­le­gen­hei­ten (je nach Tarif)

Fir­men­rechts­schutz­ver­si­che­rung deckt ab:

  • Geschäft­li­che Ver­trags­strei­tig­kei­ten (mit Kun­den, Lie­fe­ran­ten, Geschäftspartnern)
  • Arbeits­rechts­schutz als Arbeit­ge­ber (Kün­di­gungs­schutz­kla­gen, Strei­tig­kei­ten mit Mitarbeitern)
  • Miet­recht für Gewer­be­räu­me (Miet­erhö­hun­gen, Nebenkostenabrechnungen)
  • Steu­er­rechts­schutz (Betriebs­prü­fun­gen, Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit Finanzamt)
  • Kar­tell- und Wettbewerbsrecht

Kom­bi­na­ti­ons­mög­lich­kei­ten und prak­ti­sche Struktur

Es gibt grund­sätz­lich zwei Wege, pri­va­te und beruf­li­che Rechts­schutz­ver­si­che­rung zu kombinieren:

Sepa­ra­te Poli­cen: Sie schlie­ßen zwei unab­hän­gi­ge Ver­si­che­run­gen ab. Dies bie­tet maxi­ma­le Trans­pa­renz und erlaubt fle­xi­ble Anpas­sun­gen bei geän­der­ten Anfor­de­run­gen. Der Ver­wal­tungs­auf­wand ist jedoch etwas höher.

Kom­bi­nier­te Ver­si­che­rung (Kom­bi-Tarif): Eini­ge Ver­si­che­rer wie die ARAG, Alli­anz oder His­cox bie­ten inte­grier­te Lösun­gen an, die bei­de Berei­che in einer Poli­ce abde­cken. Dies ver­ein­facht die Ver­wal­tung und führt oft zu ca. 10–20 % güns­ti­ge­ren Prä­mi­en durch Rabat­te. Wich­tig: Prü­fen Sie, ob wirk­lich bei­de Berei­che voll­stän­dig abge­deckt sind und nicht einer zu kurz kommt.

Kri­ti­sche Punk­te bei der Kom­bi­na­ti­on: Das soll­ten Sie beachten

  • Kla­re Abgren­zung: Ver­si­che­rer unter­schei­den streng zwi­schen pri­va­ten und beruf­li­chen Fäl­len. Ein Streit mit einem pri­va­ten Ver­mie­ter fällt unter die pri­va­te Poli­ce, ein Kon­flikt über Gewer­be­räu­me unter die Firmenversicherung.
  • Aus­schlüs­se prü­fen: Die pri­va­te Rechts­schutz­ver­si­che­rung zahlt nicht für beruf­li­che Kon­flik­te und umge­kehrt. Lesen Sie die Bedin­gun­gen sorg­fäl­tig, um Über­ra­schun­gen zu vermeiden.
  • Deckungs­sum­men kon­trol­lie­ren: Bei­de Ver­si­che­run­gen soll­ten ange­mes­se­ne Deckungs­sum­men haben. Je nach Bran­che kön­nen beruf­li­che Rechts­strei­tig­kei­ten teu­er wer­den – kal­ku­lie­ren Sie hier mit ca. 250.000–500.000 € als Mini­mum für Selbstständige.
  • Mit­ver­si­cher­te Per­so­nen: Klä­ren Sie, ob Fami­lie oder Mit­ar­bei­ter mit­ver­si­chert sind und unter wel­chen Bedingungen.
  • War­te­zei­ten beach­ten: Man­che Tari­fe haben War­te­zei­ten, beson­ders für bestimm­te Rechts­ge­bie­te wie Arbeits­recht. Dies soll­te bei Abschluss berück­sich­tigt werden.

Check­lis­te für die Aus­wahl einer Kombi-Lösung

  • ✓ Bei­de Berei­che (pri­vat + beruf­lich) voll­stän­dig abgedeckt?
  • ✓ Deckungs­sum­men aus­rei­chend für Ihre Branche?
  • ✓ Wer­den Aus­schlüs­se klar unter­schie­den zwi­schen Pri­vat und Beruf?
  • ✓ Bie­tet der Ver­si­che­rer Rabat­te auf die Kombination?
  • ✓ Wel­che War­te­zei­ten gel­ten für ein­zel­ne Rechtsgebiete?
  • ✓ Ist eine per­sön­li­che Rechts­be­ra­tung vor Gericht enthalten?
  • ✓ Gibt es einen 24/7‑Notfalldienst bei Eilfällen?
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