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Kann man Katzen die gleichen Medikamente geben wie bei Menschen?

Aktualisiert: 14. Juni 2026  ·  Veröffentlicht: 26. Juni 2023
Von Andreas Quast Aktualisiert:
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Nein, Katzen dürfen grundsätzlich nicht die gleichen Medikamente wie Menschen erhalten. Viele für Menschen sichere Wirkstoffe sind für Katzen giftig oder sogar tödlich. Selbst häufige Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen können ernsthafte Vergiftungen verursachen.

Nein, Kat­zen dür­fen grund­sätz­lich nicht die glei­chen Medi­ka­men­te wie Men­schen erhal­ten. Vie­le für Men­schen siche­re Wirk­stof­fe sind für Kat­zen gif­tig oder sogar töd­lich. Selbst häu­fi­ge Schmerz­mit­tel wie Par­acet­amol oder Ibu­profen kön­nen ernst­haf­te Ver­gif­tun­gen ver­ur­sa­chen. Die Dosie­rung, der Stoff­wech­sel und die Ver­träg­lich­keit unter­schei­den sich fun­da­men­tal zwi­schen Mensch und Tier.

War­um Kat­zen­stoff­wech­sel anders funktioniert

Kat­zen ver­fü­gen über einen deut­lich ande­ren Meta­bo­lis­mus als Men­schen. Sie besit­zen weni­ger Leber­en­zy­me zur Ent­gif­tung (ins­be­son­de­re feh­len­de Glu­kur­o­ni­da­se), wodurch vie­le Sub­stan­zen län­ger im Kör­per ver­blei­ben und sich zu toxi­schen Kon­zen­tra­tio­nen ansam­meln kön­nen. Dies gilt beson­ders für Schmerz­mit­tel, Anti­bio­ti­ka und pflanz­li­che Wirk­stof­fe. Ein Medi­ka­ment, das beim Men­schen schnell aus­ge­schie­den wird, kann bei einer Kat­ze zu Organ­schä­den führen.

Wel­che Medi­ka­men­te unter tier­ärzt­li­cher Auf­sicht mög­lich sind

Es gibt weni­ge Aus­nah­men: Bestimm­te Anti­bio­ti­ka (wie Amoxi­cil­lin), spe­zi­el­le Schmerz­mit­tel (wie Tra­ma­dol unter Tier­arzt-Kon­trol­le) oder Cor­ti­son kön­nen in streng berech­ne­ten Dosen ver­schrie­ben wer­den. Die­se tier­ärzt­li­chen Prä­pa­ra­te unter­schei­den sich aber von Human­me­di­ka­men­ten in Dosie­rung, For­mu­lie­rung und Zusatz­stof­fen. Ein Tier­arzt passt jede Medi­ka­ti­on indi­vi­du­ell an Gewicht, Alter und Gesund­heits­zu­stand an.

Beson­ders gif­tig für Katzen

  • Schmerz­mit­tel: Par­acet­amol, Ibu­profen, Aspi­rin – füh­ren zu Leber- und Nierenschäden
  • Anti­hist­ami­ni­ka: Eini­ge Erkäl­tungs­mit­tel sind für Kat­zen unsicher
  • Äthe­ri­sche Öle und Pflan­zen­ex­trak­te: Teebaum‑, Euka­lyp­tus- oder Laven­del­öl sind toxisch
  • Psy­cho­phar­ma­ka: Human-Anti­de­pres­si­va kön­nen Herz­pro­ble­me auslösen

Das soll­ten Sie tun

  • Nie­mals Human­me­di­ka­men­te ohne tier­ärzt­li­che Rück­spra­che verabreichen
  • Bei Krank­heits­an­zei­chen (Appe­tit­lo­sig­keit, Lethar­gie, Erbre­chen) sofort zum Tier­arzt gehen
  • Gift­not­ruf (z.B. Tier­gift­in­for­ma­ti­ons­zen­tra­le) bei Ver­dacht auf Ver­gif­tung anrufen
  • Eine Kat­zen­kran­ken­ver­si­che­rung abschlie­ßen für schnel­le, unbü­ro­kra­ti­sche Tier­arzt­be­su­che und teu­re Behandlungen
  • Medi­ka­men­te immer in kin­der­si­che­ren Behäl­tern lagern, uner­reich­bar für Haustiere
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