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Muss ich den Schaden zahlen, wenn die Versicherung nicht greift?

Aktualisiert: 14. Juni 2026  ·  Veröffentlicht: 23. September 2024
Von Andreas Quast Aktualisiert:
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Ja, wenn deine Privathaftpflichtversicherung den Schaden nicht übernimmt, musst du als Schädiger grundsätzlich selbst dafür aufkommen. Die Haftung für verursachte Schäden ist im deutschen Recht verankert (§ 823 BGB). Ohne gültigen Versicherungsschutz trägst du die vollständige finanzielle Verantwortung – von Reparaturkosten bis zu Schadensersatzforderungen.

Ja, wenn dei­ne Pri­vat­haft­pflicht­ver­si­che­rung den Scha­den nicht über­nimmt, musst du als Schä­di­ger grund­sätz­lich selbst dafür auf­kom­men. Die Haf­tung für ver­ur­sach­te Schä­den ist im deut­schen Recht ver­an­kert (§ 823 BGB). Ohne gül­ti­gen Ver­si­che­rungs­schutz trägst du die voll­stän­di­ge finan­zi­el­le Ver­ant­wor­tung – von Repa­ra­tur­kos­ten bis zu Schadensersatzforderungen.

Gesetz­li­che Haf­tungs­pflicht im BGB

Nach § 823 BGB haftst du für Schä­den, die du durch Vor­satz oder Fahr­läs­sig­keit ver­ur­sachst. Das bedeu­tet kon­kret: Beschä­digst du das Auto, die Woh­nung oder die Gesund­heit einer ande­ren Per­son, bist du auto­ma­tisch scha­dens­er­satz­pflich­tig – unab­hän­gig davon, ob eine Ver­si­che­rung exis­tiert. Die Pri­vat­haft­pflicht­ver­si­che­rung soll dich vor die­ser finan­zi­el­len Last bewah­ren. Lehnt sie ab, ver­lierst du die­sen Schutz.

Prak­ti­sches Bei­spiel: Du beschä­digst ver­se­hent­lich die teu­re Desi­gner­lam­pe eines Bekann­ten. Kos­tet ca. 800 Euro. Ohne Ver­si­che­rungs­schutz zahlst du die­se Sum­me aus eige­ner Tasche. Bei Per­so­nen­schä­den (Unfäl­le mit Ver­let­zun­gen) kön­nen die Kos­ten schnell meh­re­re zehn­tau­send Euro erreichen.

Häu­fi­ge Ableh­nungs­grün­de der Versicherung

Es gibt kon­kre­te Fäl­le, in denen Pri­vat­haft­pflicht­ver­si­che­run­gen Leis­tun­gen verweigern:

  • Vor­sätz­lich ver­ur­sach­te Schä­den: Absicht­li­che Hand­lun­gen sind nie versichert
  • Gro­be Fahr­läs­sig­keit: Man­che Tari­fe schlie­ßen dies aus oder zah­len reduziert
  • Ver­trag­li­che Aus­schlüs­se: z. B. beruf­li­che Tätig­kei­ten, Tätig­kei­ten als Betreu­er, bestimm­te Sportarten
  • Fal­se Anga­ben im Antrag: Bei bewuss­tem Ver­schwei­gen von Risiken
  • Schä­den an eige­nem Haus­halt: Haus­rat­ver­si­che­rung ist zustän­dig, nicht Haftpflicht
  • Aus­schluss bestimm­ter Per­so­nen­grup­pen: z. B. kei­ne Haf­tung für Schä­den, die von dei­nem Partner/Kind ver­ur­sacht wer­den (je nach Vertrag)

Wich­tig: Vie­le moder­ne Tari­fe (2025/2026) decken auch gro­be Fahr­läs­sig­keit ab. Über­prü­fe dei­ne Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen genau oder wech­sel zu einem bes­se­ren Tarif.

Finan­zi­el­le Kon­se­quen­zen bei Selbstzahlung

Müs­sen Geschä­dig­te ihre Ansprü­che selbst durch­set­zen, kön­nen fol­gen­de Sze­na­ri­en entstehen:

  • Zah­lungs­auf­for­de­rung: Der Geschä­dig­te for­dert dich zur Zah­lung auf
  • Gericht­li­che Kla­ge: Er reicht eine Scha­dens­er­satz­for­de­rung ein
  • Lohn­pfän­dung oder Ver­mö­gens­exe­ku­ti­on: Im schlimms­ten Fall kön­nen Ein­künf­te oder Besitz­tü­mer gepfän­det werden
  • Schul­den­be­las­tung: Du gerätst in finan­zi­el­le Schwierigkeiten

Bei hohen Schä­den (Unfall­fol­gen mit Dau­er­schä­den, schwe­re Kör­per­ver­let­zun­gen) kön­nen For­de­run­gen im sechs­stel­li­gen Bereich entstehen.

Was du kon­kret tun solltest

  • Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen prü­fen: Ver­ste­he die genau­en Aus­schlüs­se dei­nes Tarifs
  • Ableh­nung anfech­ten: Bei unge­recht­fer­tig­ter Ableh­nung durch die Ver­si­che­rung – kon­sul­tie­re einen Anwalt für Versicherungsrecht
  • Mit Geschä­dig­tem eini­gen: Manch­mal sind Raten­zah­lun­gen oder güns­ti­ge­re Repa­ra­tur­lö­sun­gen möglich
  • Tarif opti­mie­ren: Wech­sel zu umfas­sen­de­rem Schutz (inkl. gro­be Fahr­läs­sig­keit, ange­mes­se­ne Deckungssumme)
  • Rechts­schutz­ver­si­che­rung erwä­gen: Schützt dich bei Rechts­strei­tig­kei­ten mit der Versicherung

Fazit: Ohne grei­fen­den Ver­si­che­rungs­schutz zahlst du Schä­den selbst. Das kann exis­tenz­be­dro­hend sein. Nut­ze einen Ver­si­che­rungs­ver­gleich, um einen umfas­sen­den Tarif zu fin­den – die Erspar­nis bei einem bes­se­ren Schutz ist mini­mal, die Sicher­heit jedoch unbezahlbar.

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