Eine Ertragsausfallversicherung (auch Betriebsunterbrechungsversicherung genannt) zahlt, wenn ein versichertes Schadensereignis wie Brand, Leitungswasserschaden oder Naturkatastrophe den Betrieb vorübergehend lahmlegt. Die Versicherung ersetzt dann entgangene Gewinne und unvermeidbare laufende Kosten wie Miete oder Gehälter während der Unterbrechungszeit.
Wann genau leistet die Ertragsausfallversicherung?
Die Versicherung zahlt nur unter kumulativen Bedingungen: Das Schadensereignis muss in der Police als versichert benannt sein, es muss zu einer nachweisbaren Betriebsunterbrechung führen, und die Wartezeit (meist 24–72 Stunden) muss verstrichen sein. Typischerweise abgedeckt sind:
- Sachschäden an Gebäuden und Einrichtungen: Feuer, Explosionen, Rohrbrüche, Wasserschäden
- Naturkatastrophen: Sturm, Hochwasser, Erdbeben (je nach Vertrag)
- Kriminelle Ereignisse: Einbruchdiebstahl, Vandalismus, Sabotage
- Betriebsmittelausfälle: Beschädigungen von Maschinen oder Ausrüstung
Wichtig: Pandemiebedingte Betriebsschließungen, streikbedingte Ausfälle oder reine Umsatzrückgänge sind regelmäßig nicht versichert. Viele Policen aus 2025/2026 enthalten allerdings Pandemieklauseln, die gezielt verhandelt werden können.
Welche Schäden werden konkret ersetzt?
Die Versicherung deckt zwei zentrale Schadenstypen ab:
- Entgangener Gewinn: Der Profit, den das Unternehmen während der Stillstandszeit hätte erzielen können – berechnet auf Basis historischer Durchschnittswerte
- Fortlaufende Betriebskosten: Fixkosten, die während der Unterbrechung weiterlaufen: Mitarbeitergehälter, Miete, Nebenkosten, Versicherungsprämien, Kreditraten, Lizenzgebühren
- Beschleunigte Wiederbetriebnahme: Zusatzkosten für Notmaßnahmen wie Mietmaschinen, Notunterkünfte oder Überstundenzuschläge
Die maximale Entschädigungsdauer ist in der Police festgelegt – häufig 12 bis 24 Monate. Die Leistung beginnt nach Ablauf der Wartezeit und endet, wenn der Betrieb vollständig wiederhergestellt ist oder die Versicherungsdauer abläuft.
Wichtige Tipps für Unternehmer
- Versicherungssumme realistisch kalkulieren: Dokumentieren Sie Ihre monatlichen Fixkosten und durchschnittlichen Gewinne – diese Zahlen sind Basis für die Deckungssumme
- Wartezeit wählen: Längere Wartzeiten (z.B. 72 Stunden statt 24 Stunden) reduzieren die Prämie um ca. 10–20 %, erhöhen aber Ihr Eigenrisiko
- Schadenereignisse konkretisieren: Prüfen Sie, welche Risiken für Ihren Betrieb relevant sind – Überschwemmung, Stromausfall, Lieferantenstörung
- Lieferkettenschäden absichern: Entschädigungen für Ausfälle bei Zulieferern erfordern oft spezielle Zusatzklauseln
- Regelmäßige Überprüfung: Bei Betriebserweiterungen oder Umsatzsteigerungen müssen Versicherungssummen angepasst werden
- Schadenfall-Dokumentation: Führen Sie Betriebsbuchhaltung und Abrechnungsunterlagen sorgfältig – sie sind Nachweis bei der Schadensregulierung