Eine Ertragsausfallversicherung (auch Betriebsunterbrechungsversicherung genannt) deckt entgangene Gewinne und laufende Betriebskosten ab, die während einer Betriebsstilllegung entstehen. Sie schützt Unternehmen vor finanziellen Verlusten durch unvorhergesehene Ereignisse wie Feuer, Wasserschäden oder Maschinenausfälle. Die Versicherung springt ein, wenn der normale Geschäftsbetrieb unterbrochen ist und das Unternehmen nicht wie gewohnt Einnahmen generieren kann.
Das ist in einer Ertragsausfallversicherung versichert
Die Versicherung deckt typischerweise drei Kernbereiche ab:
- Entgangene Gewinne: Der Gewinn, den das Unternehmen während der Betriebsunterbrechung normalerweise erwirtschaftet hätte. Die Berechnung basiert auf Finanzberichten und Gewinn- und Verlustrechnungen der Vorjahre.
- Laufende Betriebskosten: Fixkosten, die auch bei Betriebsstilllegung weiterlaufen – etwa Miete, Gehälter, Kreditraten, Versicherungsprämien und Nebenkosten.
- Zusatzkosten: Kosten für die schnellstmögliche Wiederherstellung des Betriebs, wie Ersatzräume, Leihausrüstung oder Notversand von Materialien.
Typische versicherte Schadenereignisse 2026
Eine Ertragsausfallversicherung greift bei Betriebsunterbrechungen durch versicherte Schadenereignisse:
- Feuer- und Löschwasserschäden: Großflächige Brände oder Wasserschäden, die den Betrieb vollständig lahmlegen
- Naturkatastrophen: Erdbeben, Sturm, Hochwasser und andere Elementarereignisse (je nach Tarifauswahl)
- Maschinenausfälle: Schäden an kritischen Produktionsanlagen oder IT-Infrastruktur
- Vandalismus und Einbruchdiebstahl: Sachbeschädigungen durch kriminelle Handlungen
- Betriebsunterbrechung durch Lieferanten oder Kunden: Ausfälle bei wichtigen Zulieferern (optional in erweiterten Tarifen)
Für welche Unternehmen ist die Versicherung sinnvoll?
Grundsätzlich sollte jedes Unternehmen, das von kontinuierlichen Betriebsabläufen abhängig ist, eine Ertragsausfallversicherung in Betracht ziehen. Besonders wichtig ist sie für:
- Produktionsbetriebe und Handwerksbetriebe mit teurer Ausstattung
- Hotel‑, Gastronomie- und Eventunternehmen
- IT-Dienstleister und Rechenzentren
- Einzelhandelsunternehmen mit hohen Betriebskosten
- Freiberufler und Handwerker mit unverzichtbarer Spezialausrüstung
Praktische Checkliste für den Versicherungsabschluss
- Ermitteln Sie Ihren durchschnittlichen monatlichen Gewinn und alle fixen Betriebskosten
- Definieren Sie eine realistische Karenzzeit (je länger, desto günstiger die Prämie, ca. 3–30 Tage sind üblich)
- Wählen Sie eine angemessene Deckungssumme – mindestens 6–12 Monate Betriebskosten plus Gewinn
- Prüfen Sie, ob Sie Zusatzdeckungen für Lieferantenausfälle oder Elementarschäden benötigen
- Dokumentieren Sie aktuelle Bilanzen und Gewinn- und Verlustrechnungen als Schadensnachweis