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Was ist eine Gliedertaxe?

Aktualisiert: 14. Juni 2026  ·  Veröffentlicht: 27. April 2023

Eine Glie­derta­xe ist eine stan­dar­di­sier­te Bewer­tungs­ta­bel­le der pri­va­ten Unfall­ver­si­che­rung, die für jeden Kör­per­teil und jedes Sin­nes­or­gan einen fes­ten Inva­li­di­täts­grad in Pro­zent fest­legt. Sie bestimmt, wie viel Ent­schä­di­gung Sie bei Ver­lust oder Funk­ti­ons­be­ein­träch­ti­gung erhal­ten – berech­net aus dem Inva­li­di­täts­grad mul­ti­pli­ziert mit Ihrer Ver­si­che­rungs­sum­me. Da es kei­ne gesetz­li­che Stan­dard­ta­bel­le gibt, unter­schei­den sich die Glie­derta­xen zwi­schen Ver­si­che­rern teil­wei­se erheblich.

Wie die Glie­derta­xe die Leis­tungs­be­rech­nung bestimmt

Jedes Kör­per­teil erhält in der Glie­derta­xe einen pro­zen­tua­len Wert für den Total­ver­lust. Typi­scher­wei­se lie­gen die Bewer­tun­gen etwa so: Auge oder Ohr (je ca. 30–50 %), Arm (ca. 70 %), Dau­men (ca. 20 %), Fin­ger (ca. 10–15 %), Fuß (ca. 50 %), Zehe (ca. 5–10 %). Ver­lie­ren Sie bei­spiels­wei­se den Dau­men mit einer taxier­ten Quo­te von 20 % und einer Ver­si­che­rungs­sum­me von ca. 100.000 Euro, erhal­ten Sie ca. 20.000 Euro Leistung.

Wich­tig: Teil­schä­di­gun­gen wer­den pro­por­tio­nal berück­sich­tigt. Besteht nach einem Unfall eine 50-pro­zen­ti­ge Funk­ti­ons­be­ein­träch­ti­gung des Dau­mens, sinkt die Leis­tung auf ca. 10.000 Euro. Die­se rech­ne­ri­sche Trans­pa­renz ermög­licht objek­ti­ve Scha­dens­re­gu­lie­rung, erfor­dert aber Acht­sam­keit bei der Tarif­wahl – beson­ders für beruf­lich expo­nier­te Körperteile.

Gro­ße Unter­schie­de zwi­schen den Versicherern

Ver­si­che­rer hand­ha­ben ihre Glie­derta­xen unter­schied­lich groß­zü­gig. Ein Ver­si­che­rer kann die Hand mit 65 % bewer­ten, ein ande­rer mit nur 55 %. Für Berufs­kraft­fah­rer, Hand­wer­ker, Sport­ler oder medi­zi­ni­sches Per­so­nal macht die­se Dif­fe­renz im Scha­dens­fall tau­sen­de Euro aus. Moder­ne Tari­fe 2026 bie­ten zusätz­lich die Mög­lich­keit, bestimm­te Kör­per­tei­le durch Zusatz­op­tio­nen höher ein­zu­stu­fen. Ach­ten Sie auch auf Zusatz­leis­tun­gen wie Kos­me­tik­kos­ten, Reha­bi­li­ta­ti­on, Pro­the­sen oder psy­cho­lo­gi­sche Unter­stüt­zung – die­se sind nicht in jeder Glie­derta­xe enthalten.

Check­lis­te: So wäh­len Sie die bes­te Gliedertaxe

  • Iden­ti­fi­zie­ren Sie Ihre beruf­lich und pri­vat expo­nier­ten Kör­per­tei­le (Hän­de bei Hand­wer­kern, Augen bei Fah­rern, Ohren bei Musikern)
  • Ver­glei­chen Sie kon­kret die Pro­zent­sät­ze die­ser Kör­per­tei­le zwi­schen min­des­tens 3–5 Versicherern
  • Prü­fen Sie, ob die Ver­si­che­rung Glie­derta­xe-Erhö­hungs­op­tio­nen anbietet
  • Berück­sich­ti­gen Sie Zusatz­leis­tun­gen: Kos­me­tik, Nar­ben­ent­stel­lung, Reha­bi­li­ta­ti­on, psy­cho­lo­gi­sche Betreuung
  • Wäh­len Sie eine ange­mes­se­ne Ver­si­che­rungs­sum­me (ca. 250.000–1.000.000 Euro, je nach Ein­kom­men und Risikoprofil)
  • Nut­zen Sie Ver­si­che­rungs­ver­glei­che spe­zi­ell für Ihre Berufsgruppe
  • Fra­gen Sie nach der genau­en Glie­derta­xe-Tabel­le des Tarifs – nicht jeder Ver­si­che­rer stellt die­se frei­wil­lig zur Verfügung

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