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Was passiert, wenn der Geschädigte eine höhere Forderung stellt?

Aktualisiert: 14. Juni 2026  ·  Veröffentlicht: 22. September 2024
Von Andreas Quast Aktualisiert:
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Wenn der Geschädigte eine höhere Forderung stellt, prüft deine Privathaftpflichtversicherung diese auf Berechtigung und Angemessenheit. Die Versicherung verhandelt mit dem Geschädigten, kann überhöhte Ansprüche reduzieren oder ganz abwehren und übernimmt im Streitfall die Rechtsvertretung und Prozesskosten – bis zur vereinbarten Deckungssumme.

Wenn der Geschä­dig­te eine höhe­re For­de­rung stellt, prüft dei­ne Pri­vat­haft­pflicht­ver­si­che­rung die­se auf Berech­ti­gung und Ange­mes­sen­heit. Die Ver­si­che­rung ver­han­delt mit dem Geschä­dig­ten, kann über­höh­te Ansprü­che redu­zie­ren oder ganz abweh­ren und über­nimmt im Streit­fall die Rechts­ver­tre­tung und Pro­zess­kos­ten – bis zur ver­ein­bar­ten Deckungssumme.

Wie die Ver­si­che­rung höhe­re For­de­run­gen prüft und bewertet

Dei­ne Pri­vat­haft­pflicht­ver­si­che­rung han­delt nicht auto­ma­tisch jede For­de­rung ab. Stellt der Geschä­dig­te eine Sum­me in den Raum, die unver­hält­nis­mä­ßig hoch wirkt, folgt eine detail­lier­te Scha­dens­un­ter­su­chung. Die Ver­si­che­rung über­prüft dabei:

  • Sach­schä­den: Der tat­säch­li­che Wie­der­be­schaf­fungs­wert oder Zeit­wert wird ermit­telt – nicht der gefor­der­te Preis
  • Per­so­nen­schä­den: Ärzt­li­che Berich­te, Gut­ach­ten und Schmer­zens­geld­ein­tei­lun­gen nach aktu­el­ler Recht­spre­chung wer­den herangezogen
  • Ver­mö­gens­schä­den: Nach­wei­se über kon­kre­te Ver­lus­te wer­den überprüft
  • Gut­ach­ter­li­che Bewer­tung: Bei grö­ße­ren Schä­den beauf­tragt die Ver­si­che­rung unab­hän­gi­ge Sachverständige

Die­se Prü­fung schützt dich vor unbe­grün­de­ten oder über­trie­be­nen Ansprü­chen. Die Ver­si­che­rung agiert dabei nicht nur als Scha­dens­re­gu­lie­rer, son­dern auch als dein recht­li­cher Beistand.

Ver­hand­lung, Redu­zie­rung und Abwehr von Forderungen

Je nach Ergeb­nis der Prü­fung hat die Ver­si­che­rung meh­re­re Optionen:

  • Ver­hand­lung und Ver­gleich: Die Ver­si­che­rung ver­sucht, sich mit dem Geschä­dig­ten auf eine ange­mes­se­ne Sum­me zu eini­gen – schnel­ler und kos­ten­güns­ti­ger als ein Gerichtsverfahren
  • Redu­zie­rung: Über­höh­te For­de­run­gen wer­den auf das recht­lich zumut­ba­re Maß her­ab­ge­setzt und dem Geschä­dig­ten begrün­det mitgeteilt
  • Voll­stän­di­ge Abwehr: Bei unbe­grün­de­ten For­de­run­gen lehnt die Ver­si­che­rung ab und ver­tritt dich not­falls gericht­lich – ohne zusätz­li­che Kos­ten für dich

Die Ver­si­che­rung trägt alle Pro­zess­kos­ten und Anwalts­ge­büh­ren, wenn es zu einem Rechts­streit kommt. Das bedeu­tet: Du bist auch bei lang­wie­ri­gen Aus­ein­an­der­set­zun­gen finan­zi­ell abgesichert.

Wich­tig: Die Gren­zen der Deckungs­sum­me beachten

Es gibt eine ent­schei­den­de Ein­schrän­kung: Die Ver­si­che­rung zahlt maxi­mal bis zur ver­ein­bar­ten Deckungs­sum­me. Die­se liegt bei moder­nen Poli­cen typi­scher­wei­se bei ca. 10 Mil­lio­nen Euro für Per­so­nen­schä­den und ca. 1 Mil­li­on Euro für Sach­schä­den. Über­steigt eine berech­tig­te For­de­rung die­se Sum­me, musst du die Dif­fe­renz selbst tragen.

Prak­ti­sche Check­lis­te für den Umgang mit hohen Forderungen:

  • Benach­rich­ti­ge dei­ne Ver­si­che­rung unver­züg­lich nach einem Schadensfall
  • Samm­le alle Bele­ge, Fotos und Zeu­gen­aus­sa­gen gründlich
  • Leh­ne nie­mals selbst­stän­dig ab oder zah­le ohne Abspra­che mit der Versicherung
  • Wäh­le eine aus­rei­chend hohe Deckungs­sum­me bei Ver­si­che­rungs­ab­schluss – beson­ders bei höhe­rem Risiko
  • Nut­ze einen Ver­si­che­rungs­ver­gleich, um die opti­ma­le Deckung für dei­ne Situa­ti­on zu finden
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