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Was passiert, wenn die Wohngebäudeversicherung zu niedrig ist?

Aktualisiert: 14. Juni 2026  ·  Veröffentlicht: 17. September 2024
Von Andreas Quast Aktualisiert:
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Eine zu niedrig angesetzte Wohngebäudeversicherung führt zur Unterversicherung – der Versicherer zahlt im Schadensfall nur einen Bruchteil der tatsächlichen Wiederaufbaukosten. Die Versicherung berechnet ihre Leistung anteilig: Wenn Sie nur 60 % des tatsächlichen Gebäudewerts versichert haben, erhalten Sie auch maximal 60 % des Schadens ersetzt. Den restlichen Schaden müssen Sie selbst tragen – ein erhebliches finanzielles Risiko, das viele Hausbesitzer unterschätzen.

Eine zu nied­rig ange­setz­te Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung führt zur Unter­ver­si­che­rung – der Ver­si­che­rer zahlt im Scha­dens­fall nur einen Bruch­teil der tat­säch­li­chen Wie­der­auf­bau­kos­ten. Die Ver­si­che­rung berech­net ihre Leis­tung antei­lig: Wenn Sie nur 60 % des tat­säch­li­chen Gebäu­de­werts ver­si­chert haben, erhal­ten Sie auch maxi­mal 60 % des Scha­dens ersetzt. Den rest­li­chen Scha­den müs­sen Sie selbst tra­gen – ein erheb­li­ches finan­zi­el­les Risi­ko, das vie­le Haus­be­sit­zer unterschätzen.

Wie Unter­ver­si­che­rung ent­steht und wor­an Sie sie erkennen

Eine Unter­ver­si­che­rung ent­steht häu­fig schlei­chend über Jah­re hin­weg. Ursa­chen sind:

  • Feh­len­de Anpas­sung an Infla­ti­on und Bau­kos­ten­stei­ge­rung: Bau­kos­ten stei­gen kon­ti­nu­ier­lich. Wer sei­ne Ver­si­che­rungs­sum­me seit Jah­ren nicht ange­passt hat, ist auto­ma­tisch unterversichert.
  • Moder­ni­sie­run­gen und Umbau­ten: Ein neu­es Dach, eine hoch­wer­ti­ge Hei­zung, Sanie­run­gen oder Anbau erhö­hen den Gebäu­de­wert – ohne Anpas­sung der Ver­si­che­rungs­sum­me ent­steht eine Lücke.
  • Fal­sche Erst­be­wer­tung: Wur­de der Gebäu­de­wert beim Abschluss zu nied­rig geschätzt, zah­len Sie von Anfang an zu wenig Prä­mie und haben unzu­rei­chen­den Schutz.
  • Feh­len­de Inde­xie­rung: Man­che Tari­fe ver­zich­ten auf eine auto­ma­ti­sche Anpas­sung des Ver­si­che­rungs­werts 1914 an den Baupreisindex.

Typi­sche Warn­si­gna­le: Die Ver­si­che­rungs­sum­me wur­de noch nie erhöht, der Ver­trag ist älter als fünf Jah­re, oder Sie haben gro­ße Arbei­ten am Haus durch­ge­führt, ohne die Ver­si­che­rung zu informieren.

Kon­kre­te Fol­gen im Scha­dens­fall – das Beispiel

Stel­len Sie sich vor: Ihr Haus ist heu­te 500.000 Euro wert, ver­si­chert aber nur für 300.000 Euro. Ein Brand beschä­digt das Dach und die Elek­trik – Repa­ra­tur­kos­ten: 200.000 Euro.

Die Ver­si­che­rung zahlt nicht 200.000 Euro, son­dern nur 60 % davon (300.000 / 500.000 = 60 %), also 120.000 Euro. Sie selbst zah­len die rest­li­chen 80.000 Euro. Die­se Regel gilt auch für Teil­schä­den – nicht nur bei Totalschäden.

So ver­mei­den Sie Unter­ver­si­che­rung – Check­lis­te für 2026

  • Jähr­lich prü­fen: Über­prü­fen Sie min­des­tens jähr­lich, ob die Ver­si­che­rungs­sum­me noch dem aktu­el­len Wie­der­auf­bau­wert ent­spricht. Nach gro­ßen Aus­ga­ben für Reno­vie­run­gen ist eine Über­prü­fung Pflicht.
  • Bau­preis­in­dex nut­zen: Wäh­len Sie einen Tarif mit auto­ma­ti­scher Anpas­sung des Ver­si­che­rungs­werts 1914 an den aktu­el­len Bau­preis­in­dex – das schützt Sie vor Inflation.
  • Neu­wert­ver­si­che­rung in Betracht zie­hen: Pre­mi­um-Tari­fe bie­ten Neu­wert­de­ckung, bei der die Ver­si­che­rung im Scha­dens­fall den voll­stän­di­gen Wie­der­auf­bau ohne Abschlä­ge für Alter oder Abnut­zung über­nimmt – ide­al bei älte­ren Häusern.
  • Pro­fes­sio­nel­le Bewer­tung: Beson­ders bei wert­vol­len oder älte­ren Immo­bi­li­en: Las­sen Sie den Gebäu­de­wert von einem Sach­ver­stän­di­gen ermit­teln. Das kos­tet ca. 300–800 Euro, spart aber oft viel mehr.
  • Alle Ände­run­gen mel­den: Tei­len Sie Ihrer Ver­si­che­rung Reno­vie­run­gen, Anbau­ten und Moder­ni­sie­run­gen mit – das schließt auto­ma­tisch Versorgungslücken.
  • Ver­si­che­rungs­ver­gleich durch­füh­ren: Nut­zen Sie einen Ver­gleich, um Tari­fe mit aus­rei­chen­der Deckung und güns­ti­gen Prä­mi­en zu fin­den – Unter­ver­si­che­rung ist häu­fig völ­lig vermeidbar.

Fazit: Eine zu nied­ri­ge Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung ist eine stil­le Gefahr, die vie­le Haus­be­sit­zer unter­schät­zen. Regel­mä­ßi­ge Kon­trol­le, Inde­xie­rung und die rich­ti­ge Ver­si­che­rungs­sum­me sind essen­zi­ell, um im Scha­dens­fall tat­säch­lich voll­stän­dig geschützt zu sein.

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