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Welche Hunde sind Listenhunde im Saarland?

Aktualisiert: 14. Juni 2026  ·  Veröffentlicht: 25. Mai 2023
Von Andreas Quast Aktualisiert:
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Im Saarland gelten acht Hunderassen als Listenhunde: Amerikanischer Staffordshire Terrier, Bullterrier, Staffordshire Bull Terrier, Pitbull Terrier, Dogo Argentino, Fila Brasileiro, Rottweiler und Tosa Inu – einschließlich aller Kreuzungen untereinander und mit anderen Hunden. Die Einstufung basiert auf Beißstatistiken und verpflichtet Halter zu strengen Auflagen, insbesondere zur Hundehaftpflichtversicherung.

Im Saar­land gel­ten acht Hun­de­ras­sen als Lis­ten­hun­de: Ame­ri­ka­ni­scher Staf­ford­shire Ter­ri­er, Bull­ter­ri­er, Staf­ford­shire Bull Ter­ri­er, Pit­bull Ter­ri­er, Dogo Argen­ti­no, Fila Bra­silei­ro, Rott­wei­ler und Tosa Inu – ein­schließ­lich aller Kreu­zun­gen unter­ein­an­der und mit ande­ren Hun­den. Die Ein­stu­fung basiert auf Beiß­sta­tis­ti­ken und ver­pflich­tet Hal­ter zu stren­gen Auf­la­gen, ins­be­son­de­re zur Hundehaftpflichtversicherung.

Recht­li­che Grund­la­gen der Lis­ten­hund-Rege­lung im Saarland

Die Saar­län­di­sche Ver­ord­nung über gefähr­li­che Hun­de (GefH­VO) defi­niert die­se Ras­sen als Lis­ten­hun­de anhand empi­ri­scher Scha­dens­sta­tis­ti­ken – nicht auf­grund ange­nom­me­ner Aggres­si­vi­tät. Die­se wich­ti­ge Unter­schei­dung bedeu­tet: Die Klas­si­fi­zie­rung beschreibt das sta­tis­ti­sche Risi­ko­pro­fil einer Ras­se, nicht das indi­vi­du­el­le Ver­hal­ten eines ein­zel­nen Hun­des. Ein Lis­ten­hund ist daher nicht auto­ma­tisch „gefähr­lich”, muss aber unter beson­de­ren recht­li­chen Bedin­gun­gen gehal­ten wer­den. Seit 2024 gibt es ver­stärk­te bun­des­wei­te Ten­den­zen zur Über­prü­fung die­ser Lis­ten – infor­mie­ren Sie sich vor der Anschaf­fung beim zustän­di­gen Vete­ri­när­amt über aktu­el­le Änderungen.

Ver­bind­li­che Hal­tungs­auf­la­gen und Versicherungspflicht

Hal­ter von Lis­ten­hun­den im Saar­land müs­sen meh­re­re gesetz­li­che Anfor­de­run­gen erfül­len, um über­haupt legal einen sol­chen Hund hal­ten zu dürfen:

  • Hun­de­haft­pflicht­ver­si­che­rung: Ver­si­che­rungs­schutz mit einer Min­dest­de­ckungs­sum­me von ca. 500.000 Euro ist zwin­gend vor­ge­schrie­ben und muss bereits bei der Anmel­dung nach­ge­wie­sen werden
  • Behörd­li­che Anmel­dung: Regis­trie­rung beim zustän­di­gen Vete­ri­när­amt oder der Gemein­de vor Hal­tungs­be­ginn obligatorisch
  • Sach­kun­de­nach­weis: Hal­ter müs­sen durch einen zer­ti­fi­zier­ten Kurs und prak­ti­sche Prü­fung ihre Fach­kom­pe­tenz in Hun­de­be­hand­lung und ‑füh­rung nachweisen
  • Lei­nen­zwang: Lis­ten­hun­de müs­sen in öffent­li­chen Räu­men an der Lei­ne geführt werden
  • Maul­korb­pflicht: In Ver­kehrs­mit­teln, auf Markt­plät­zen und an bestimm­ten öffent­li­chen Orten erforderlich
  • Siche­re Unter­brin­gung: Der Hun­de­aus­lauf muss mit sta­bi­len Zäu­nen (min­des­tens 1,6 Meter) umschlos­sen und gegen Flucht gesi­chert sein

Ver­si­che­rungs­schutz für Lis­ten­hun­de 2026: Beson­der­hei­ten und Kosten

Die Hun­de­haft­pflicht für Lis­ten­hun­de unter­schei­det sich deut­lich von Stan­dard-Poli­cen. Vie­le Ver­si­che­rer leh­nen die­se Ras­sen ab oder bie­ten stark ein­ge­schränk­te Deckung an. Anbie­ter, die Lis­ten­hun­de ver­si­chern, kal­ku­lie­ren mit höhe­ren Prä­mi­en (ca. 150–300 Euro jähr­lich) und kür­ze­ren Kün­di­gungs­fris­ten. Der Ver­si­che­rungs­schutz wird von Behör­den über­prüft – fehlt der Nach­weis, dro­hen Geld­stra­fen und ein Hal­tungs­ver­bot. Nut­zen Sie spe­zia­li­sier­te Ver­si­che­rungs­ver­glei­che, um pas­sen­de Tari­fe zu finden.

Prak­ti­sche Check­lis­te für lega­le Haltung

  • Klä­ren Sie mit dem Vete­ri­när­amt, ob Ihre Rasse/Mischung unter die aktu­el­le Lis­ten­hund-Ver­ord­nung fällt
  • Buchen Sie einen Sach­kun­de­kurs bei aner­kann­ter Stel­le, bevor Sie den Hund anschaffen
  • Schlie­ßen Sie die Hun­de­haft­pflicht­ver­si­che­rung ab – ohne Ver­si­che­rungs­nach­weis erfolgt kei­ne Anmeldung
  • Rei­chen Sie alle Unter­la­gen (Poli­ce, Sach­kun­de­zeug­nis, Zucht­pa­pie­re) zeit­nah beim Vete­ri­när­amt ein
  • Über­prü­fen Sie jähr­lich, dass Ihre Ver­si­che­rungs­po­li­ce den aktu­el­len gesetz­li­chen Min­dest­an­for­de­run­gen entspricht
  • Doku­men­tie­ren Sie regel­mä­ßig die Ein­hal­tung aller Auf­la­gen (Fotos der Umzäu­nung, Versicherungsquittungen)
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