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Welche Hunde sind Listenhunde in Sachsen-Anhalt?

Aktualisiert: 14. Juni 2026  ·  Veröffentlicht: 25. Mai 2023
Von Andreas Quast Aktualisiert:
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In Sachsen-Anhalt sind 11 Hunderassen und ihre Kreuzungen gemäß der Hundehaltungsverordnung (HundehVO LSA) als Listenhunde eingestuft. Halter müssen eine behördliche Genehmigung einholen, eine obligatorische Hundehaftpflichtversicherung abschließen und strikte Auflagen wie Leinenpflicht und teilweise Maulkorbgebot einhalten.

In Sach­sen-Anhalt sind 11 Hun­de­ras­sen und ihre Kreu­zun­gen gemäß der Hun­de­hal­tungs­ver­ord­nung (Hun­deh­VO LSA) als Lis­ten­hun­de ein­ge­stuft. Hal­ter müs­sen eine behörd­li­che Geneh­mi­gung ein­ho­len, eine obli­ga­to­ri­sche Hun­de­haft­pflicht­ver­si­che­rung abschlie­ßen und strik­te Auf­la­gen wie Lei­nen­pflicht und teil­wei­se Maul­korb­ge­bot einhalten.

Die 11 offi­zi­el­len Lis­ten­hun­de­ras­sen in Sachsen-Anhalt

Fol­gen­de Ras­sen gel­ten nach aktu­el­ler Lan­des­ge­setz­ge­bung 2026 als „Hun­de mit erhöh­tem Gefährlichkeitspotenzial”:

  • Ame­ri­ka­ni­scher Staf­ford­shire Terrier
  • Bull­ter­ri­er (ein­schließ­lich Miniatur-Bullterrier)
  • Staf­ford­shire Bull Terrier
  • Pit­bull Terrier
  • Ban­dog
  • Dogo Argen­ti­no
  • Fila Bra­silei­ro
  • Kangal
  • Kau­ka­si­scher Owtscharka
  • Rott­wei­ler
  • Tosa Inu

Beson­de­re Rege­lung: Auch Kreu­zun­gen die­ser Ras­sen – unab­hän­gig davon, ob ein oder bei­de Eltern­tie­re gelis­tet sind – unter­lie­gen den­sel­ben Vor­schrif­ten. Selbst Misch­lings­hun­de mit phä­no­ty­pi­schen Merk­ma­len einer Lis­ten­hun­de­ras­se kön­nen von der Behör­de ent­spre­chend ein­ge­stuft wer­den. Dies wird im Ein­zel­fall durch die zustän­di­ge Ord­nungs­be­hör­de bewertet.

Behörd­li­che Geneh­mi­gung und Versicherungspflicht

Vor der Anschaf­fung eines Lis­ten­hun­des ist die schrift­li­che Geneh­mi­gung der zustän­di­gen Stadt oder Gemein­de erfor­der­lich. Eine der wich­tigs­ten Vor­aus­set­zun­gen ist die obli­ga­to­ri­sche Hun­de­haft­pflicht­ver­si­che­rung mit einer Min­dest­de­ckungs­sum­me von ca. 500.000 Euro für Per­so­nen- und Sach­schä­den. Die Ver­si­che­rung muss wäh­rend der gesam­ten Hal­tung bestehen und ist bei Behör­den­kon­tak­ten nach­weis­bar vorzulegen.

Zusätz­li­che Anfor­de­run­gen umfassen:

  • Mikro­chip­kenn­zeich­nung und Regis­trie­rung: Zur ein­deu­ti­gen Iden­ti­fi­ka­ti­on erforderlich
  • Strik­te Lei­nen­pflicht: Der Hund darf sich in der Öffent­lich­keit nicht freilaufen
  • Maul­korb­ge­bot: Je nach Kom­mu­ne und Situa­ti­on zwin­gend vorgeschrieben
  • Wesens­test: Man­che Behör­den ver­lan­gen einen bestan­de­nen Test, um Sozia­li­sie­rung und Trai­nier­bar­keit zu dokumentieren
  • Hal­tungs­er­laub­nis: Die­se kann ver­sagt wer­den, wenn der Hal­ter unge­eig­net ist oder bereits Ver­stö­ße vorliegen

Ver­si­che­rungs­kos­ten und Ver­si­che­rer für Listenhunde

Nicht alle Stan­dard-Ver­si­che­run­gen decken gelis­te­te Ras­sen ab. Spe­zia­li­sier­te Anbie­ter haben sich auf Lis­ten­hund-Ver­si­che­run­gen kon­zen­triert und bie­ten maß­ge­schnei­der­te Tari­fe an. Die Jah­res­prä­mi­en lie­gen typi­scher­wei­se zwi­schen ca. 250–700 Euro je nach Ver­si­che­rer und Leis­tungs­um­fang. Höhe­re Prä­mi­en ent­ste­hen oft durch zusätz­li­che Sicher­heits­an­for­de­run­gen wie Nach­wei­se über pro­fes­sio­nel­les Hun­de­trai­ning oder erfolg­rei­che Wesens­tests. Ein Ver­si­che­rungs­ver­gleich lohnt sich, um Deckungs­lü­cken zu vermeiden.

Prak­ti­sche Check­lis­te für Listenhundhalter

  • Vor Anschaf­fung: Mit der Ord­nungs­be­hör­de vor Ort klä­ren, wel­che genau­en Geneh­mi­gun­gen und Auf­la­gen gelten
  • Hun­de­haft­pflicht-Ange­bo­te ein­ho­len und expli­zit prü­fen, dass Lis­ten­hun­de ver­si­chert sind
  • Ver­si­che­rungs­be­stä­ti­gung aus­dru­cken und digi­tal spei­chern – bei Kon­trol­len sofort vor­zei­gen können
  • Regel­mä­ßi­ges, pro­fes­sio­nel­les Hun­de­trai­ning absol­vie­ren und dokumentieren
  • Ggf. Wesens­test bei aner­kann­ten Prüf­stel­len able­gen (vie­le Gemein­den akzep­tie­ren dies als Entlastung)
  • Loka­le Sat­zun­gen und Zusatz­be­stim­mun­gen der Gemein­de beach­ten – die­se kön­nen über die Lan­des­ver­ord­nung hinausgehen
  • Mit Nach­barn trans­pa­rent kom­mu­ni­zie­ren und Sicher­heits­ver­trau­en aufbauen
  • Ver­si­che­rungs­po­li­ce jähr­lich über­prü­fen und Prä­mi­en­ad­jus­tie­run­gen beachten

Mit sach­ge­rech­ter Ver­si­che­rung, ent­spre­chen­der Aus­bil­dung und behörd­li­cher Koope­ra­ti­vi­tät kön­nen Lis­ten­hun­de in Sach­sen-Anhalt ver­ant­wor­tungs­voll gehal­ten wer­den. Die Ver­si­che­rung ist dabei nicht nur recht­li­che Pflicht, son­dern auch Schutz für alle Beteiligten.

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