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Welche Versicherung bei Sanierung?

Aktualisiert: 14. Juni 2026  ·  Veröffentlicht: 21. Mai 2023
Von Andreas Quast Aktualisiert:
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Bei einer Sanierung benötigen Sie mindestens zwei zentrale Versicherungen: die Bauherrenhaftpflichtversicherung gegen Schadensersatzforderungen Dritter und die Bauleistungsversicherung für Beschädigungen am Objekt während der Arbeiten. Zusätzlich sollten Sie Ihre Wohngebäudeversicherung anpassen und informieren — welche Policen konkret erforderlich sind, hängt vom Sanierungsumfang ab.

Bei einer Sanie­rung benö­ti­gen Sie min­des­tens zwei zen­tra­le Ver­si­che­run­gen: die Bau­her­ren­haft­pflicht­ver­si­che­rung gegen Scha­dens­er­satz­for­de­run­gen Drit­ter und die Bau­leis­tungs­ver­si­che­rung für Beschä­di­gun­gen am Objekt wäh­rend der Arbei­ten. Zusätz­lich soll­ten Sie Ihre Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung anpas­sen und infor­mie­ren — wel­che Poli­cen kon­kret erfor­der­lich sind, hängt vom Sanie­rungs­um­fang ab.

Bau­her­ren­haft­pflicht­ver­si­che­rung — Ihre ers­te Priorität

Die Bau­her­ren­haft­pflicht­ver­si­che­rung ist bei jeder Sanie­rung unver­zicht­bar — ob Sie nur ein Bade­zim­mer moder­ni­sie­ren oder eine Kom­plett­re­no­vie­rung durch­füh­ren. Sie schützt Sie vor Scha­dens­er­satz­for­de­run­gen, wenn wäh­rend der Arbei­ten Drit­te zu Scha­den kom­men oder deren Eigen­tum beschä­digt wird. Dies umfasst Ver­let­zun­gen von Nach­barn durch Bau­stel­len­ver­kehr, Beschä­di­gun­gen an angren­zen­den Woh­nun­gen durch Was­ser, Staub oder Lärm, sowie Sach­schä­den an frem­dem Eigen­tum auf der Bau­stel­le. Die Ver­si­che­rung deckt auch Ihre Rechtsverteidigungskosten.

Je nach Sanie­rungs­um­fang und Regi­on lie­gen die Prä­mi­en ca. 150–600 Euro für den gesam­ten Bau­maß­nah­me­zeit­raum — ein klei­ner Preis für umfas­sen­den Schutz. Wich­tig: Schlie­ßen Sie die­se Poli­ce vor Bau­be­ginn ab, nicht danach. Spä­te­re Anmel­dun­gen wer­den von Ver­si­che­rern oft abgelehnt.

Bau­leis­tungs­ver­si­che­rung bei grö­ße­ren Sanierungsvorhaben

Die Bau­leis­tungs­ver­si­che­rung deckt Schä­den am Sanie­rungs­ob­jekt selbst ab — etwa durch Stür­me, Stark­re­gen, Dieb­stahl, Van­da­lis­mus oder man­gel­haft aus­ge­führ­te Arbei­ten. Sie schützt den bereits erbrach­ten Leis­tungs­wert und die Bau­sub­stanz. Die­se Poli­ce ist beson­ders rele­vant bei umfas­sen­den Sanie­run­gen wie Dach­ar­bei­ten, Fas­sa­den­sa­nie­run­gen, Kern­sa­nie­run­gen oder mehr­ge­schos­si­gen Modernisierungen.

Bei Sanie­rungs­kos­ten über ca. 50.000 Euro ist die­se Ver­si­che­rung prak­tisch obli­ga­to­risch. Die Prä­mie beträgt typi­scher­wei­se ca. 0,5–2 % der Sanie­rungs­sum­me, abhän­gig von Risi­ko­be­wer­tung, Mate­ri­al und Bau­dau­er. Bei klei­ne­ren Pro­jek­ten (unter 30.000 Euro) kön­nen Sie die­se Poli­ce oft ent­behr­lich machen, wenn alle Hand­wer­ker eige­ne Haft­pflicht­ver­si­che­run­gen haben.

Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung: Infor­mie­ren und anpassen

Infor­mie­ren Sie Ihren Gebäu­de­ver­si­che­rer schrift­lich vor Bau­be­ginn über Art, Umfang und geplan­te Dau­er der Sanie­rung. Vie­le Ver­si­che­rer schrän­ken wäh­rend akti­ver Bau­ar­bei­ten den Ver­si­che­rungs­schutz ein oder gewäh­ren tem­po­rä­re Reduk­tio­nen. Nach Sanie­rungs­ab­schluss müs­sen Sie den Gebäu­de­wert neu bewer­ten und Ihre Poli­ce anpas­sen — Unter­ver­si­che­rung führt zu Leis­tungs­kür­zun­gen im Scha­dens­fall. Über­prü­fen Sie auch, ob Ele­men­tar­scha­den­schutz (Hoch­was­ser, Stark­re­gen) ent­hal­ten ist, beson­ders wenn Ihr Objekt in einem gefähr­de­ten Gebiet liegt.

Ver­si­che­rungs-Check­lis­te für Ihre Sanierung

  • Sanie­rungs­um­fang klä­ren: Klei­ne Moder­ni­sie­rung (Bad, Küche) oder Kom­plett­re­no­vie­rung mit meh­re­ren Gewerken?
  • Bau­her­ren­haft­pflicht vor Arbeits­be­ginn: Min­des­tens 2 Wochen vor Bau­start­ter­min abschließen
  • Bau­leis­tungs­ver­si­che­rung prü­fen: Für Kos­ten über 50.000 Euro drin­gend emp­foh­len; Ver­gleich bei 3+ Anbietern
  • Gebäu­de­ver­si­che­rer schrift­lich infor­mie­ren: Mit genau­en Anga­ben zu Maß­nah­men und Dauer
  • Ver­si­che­rungs­dau­er abstim­men: Lauf­zeit muss rea­le Bau­zeit plus 2–4 Wochen Puf­fer abdecken
  • Hand­wer­ker-Nach­wei­se prü­fen: Bestä­ti­gung der Haft­pflicht­ver­si­che­rung aller betei­lig­ten Gewerk­schaf­ten einholen
  • Nach Fer­tig­stel­lung neu bewer­ten: Gebäu­de­wert anpas­sen und Poli­ce aktualisieren
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