Bei Fahrerausfall übernehmen vor allem die Betriebsunterbrechungs- bzw. Betriebsausfallversicherung und die Krankentagegeldversicherung die entstehenden Kosten. Je nach Ursache des Ausfalls – ob Krankheit, Unfall oder andere Umstände – greifen unterschiedliche Versicherungsarten. Die richtige Wahl hängt von Ihrer Betriebsgröße und den spezifischen Risiken ab.
Fahrerausfall absichern: Welche Police greift für Lkw-Betriebe?
Eine eigenständige „Fahrerausfallversicherung“ bietet der deutsche Markt nicht an – dieses Risiko deckt die Betriebsunterbrechungs- bzw. Ertragsausfallversicherung: Sie ersetzt finanzielle Verluste, die durch den ungeplanten Ausfall eines Fahrers entstehen. Diese Versicherung ist besonders für kleinere und mittlere Transportbetriebe relevant, da ein fehlender Fahrer direkten Umsatzausfällen führt.
Die Versicherung erstattet typischerweise:
- Kosten für Ersatzfahrer: Vermittlungsgebühren und Lohnkosten für kurzfristig beschafftes Fachpersonal
- Fahrerhonorar: Lohnfortzahlung oder Verdienstausfallentschädigung während der Ausfallzeit
- Lkw-Stillstandskosten: Ersatz für entgangene Transporteinnahmen und Fahrzeugnutzungsausfälle
- Verwaltungskosten: Kosten für die Suche und Einarbeitung von Ersatzfahrern
Entsprechende Betriebsunterbrechungs-Konzepte für Transportbetriebe bieten mehrere Gewerbeversicherer an; die Prämie hängt von Flottengröße, Ausfallrisiko und vereinbarter Karenzzeit ab.
Betriebsausfallversicherung als umfassende Alternative
Die Betriebsausfallversicherung (auch Betriebsunterbrechungsversicherung) ist eine breiter angelegte Option, die nicht nur Fahrerausfälle, sondern alle operativen Unterbrechungen absichert. Sie erstattet:
- Entgangene Umsätze: Bruttoumsatz während der Betriebsunterbrechung
- Fixkosten: Leasingraten, Versicherungsprämien, Personalkosten weiterer Mitarbeiter
- Ersatzfahrerkosten: Vermittlung und Gehalt für temporäre Fahrer
- Mehraufwendungen: Zusätzliche Kosten zur schnellstmöglichen Betriebswiederaufnahme
Versicherer wie Hiscox, Allianz, Gothaer und AIG bieten solche Policen an. Diese Variante ist sinnvoll für Betriebe mit hohen Fixkosten und mehreren Fahrzeugen.
Krankentagegeldversicherung und Unfallschutz
Für individual Fahrerausfälle durch Krankheit ist die Krankentagegeldversicherung eine wirtschaftliche Lösung. Sie zahlt tägliche Leistungen ab dem dritten oder vierten Krankheitstag und ergänzt damit die gesetzliche Krankenversicherung.
Die Unfallversicherung für Fahrer greift bei Unfallfolgen und deckt Invalidität, Reha-Kosten und temporäre Arbeitsunfähigkeit ab. Besonders wichtig: Diese Versicherung schützt auch den Fahrer selbst finanziell.
Praktische Tipps zur Absicherung
- Bedarfsanalyse durchführen: Kalkulieren Sie Ihre durchschnittlichen täglichen Fixkosten und Umsätze, um die richtige Deckungssumme zu wählen
- Karenzzeiten beachten: Betriebsunterbrechungs-Tarife haben oft mehrere Tage Karenzzeit – planen Sie entsprechende Rücklagen ein
- Versicherungen kombinieren: Kombinieren Sie die Betriebsunterbrechungsdeckung mit Unfall- und Krankentagegeldversicherung für umfassenden Schutz
- Vertrag prüfen: Klären Sie, welche Ursachen (Krankheit, Unfall, Familie) abgedeckt sind
- Vergleich nutzen: Nutzen Sie einen Lkw-Versicherungsvergleich, um ca. 10–25 % Sparpotenzial zu heben
- Aktuelle Tarife 2026: Versicherer erhöhen regelmäßig Prämien – jährliche Überprüfung spart Kosten