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Wie oft muss man mit dem Pferd zum Tierarzt?

Aktualisiert: 12. September 2026  ·  Veröffentlicht: 15. Juli 2023

Gesun­de Pfer­de soll­ten min­des­tens ein­mal jähr­lich zum Tier­arzt – die­se Kon­troll­un­ter­su­chung ist essen­ti­ell für Prä­ven­ti­on und früh­zei­ti­ge Erken­nung von Krank­hei­ten. Jun­ge, alte oder kran­ke Pfer­de benö­ti­gen deut­lich häu­fi­ge­re Besu­che, teil­wei­se alle 6 Wochen bis 3 Mona­te. Bei aku­ten Pro­ble­men wie Lahm­heit oder Kolik ist sofor­ti­ge vete­ri­när­me­di­zi­ni­sche Hil­fe erforderlich.

Tier­arzt­be­su­che nach Alter und Gesundheitszustand

Die Besuchs­häu­fig­keit beim Pfer­d­e­tier­arzt ist nicht ein­heit­lich und hängt stark vom indi­vi­du­el­len Zustand ab:

  • Foh­len (bis 2 Jah­re): Mehr­fa­che Imp­fun­gen in den ers­ten Lebens­mo­na­ten, zahl­rei­che Unter­su­chun­gen zur Ent­wick­lungs­kon­trol­le – teil­wei­se monatlich
  • Erwach­se­ne, gesun­de Pfer­de (3–15 Jah­re): Jähr­li­che Rou­ti­ne­un­ter­su­chung aus­rei­chend; bei inten­si­ver Nut­zung ggf. 2–3‑mal jährlich
  • Seni­or­pfer­de (ab 16 Jah­ren): Halb­jähr­li­che Kon­troll­un­ter­su­chun­gen emp­foh­len, um alte­rungs­spe­zi­fi­sche Erkran­kun­gen früh­zei­tig zu erkennen
  • Pfer­de mit chro­ni­schen Erkran­kun­gen: Je nach Dia­gno­se 2–4‑mal pro Jahr oder nach Bedarf

Die jähr­li­che Kon­troll­un­ter­su­chung – das muss über­prüft werden

Bei der stan­dard­mä­ßi­gen Jah­res­un­ter­su­chung führt der Tier­arzt fol­gen­de Kon­trol­len durch: All­ge­mei­ne Gesund­heits­prü­fung (Herz, Lun­ge, Magen-Darm-Trakt), zahn­ärzt­li­che Unter­su­chung und ggf. Zahn­rei­ni­gung (extrem wich­tig!), Über­prü­fung des Huf­zu­stands und Zusam­men­ar­beit mit dem Huf­schmied, Impf­sta­tus über­prü­fen und Auf­fri­schun­gen durch­füh­ren, sowie Wurm­kur oder Kot­un­ter­su­chung. Dies ist auch der idea­le Zeit­punkt, um prä­ven­tiv über Fut­ter­er­gän­zung, Bewe­gung und Stall­hy­gie­ne zu sprechen.

Zusätz­li­che Grün­de für Notfall-Tierarztbesuche

Neben den regel­mä­ßi­gen Ter­mi­nen erfor­dern fol­gen­de Situa­tio­nen sofor­ti­ge tier­ärzt­li­che Ver­sor­gung: Kolik-Sym­pto­me (Unru­he, Schwit­zen, Wäl­zen), plötz­li­che Lahm­heit oder Ver­let­zun­gen, Augen­ver­let­zun­gen, Atem­pro­ble­me oder Hus­ten, Füt­te­rungs­pro­ble­me oder Gewichts­ver­lust, sowie Ver­hal­tens­än­de­run­gen. Die­se Not­fall­kos­ten kön­nen schnell meh­re­re hun­dert bis tau­send Euro betra­gen – ein wich­ti­ger Grund für eine Pfer­de­kran­ken­ver­si­che­rung.

Was kos­tet der Tier­arzt für ein Pferd im Jahr?

Ohne Krank­heit und Not­fall besteht die Jah­res­rech­nung aus weni­gen wie­der­keh­ren­den Pos­ten: der Kon­troll­un­ter­su­chung, den Imp­fun­gen, der Zahn­kon­trol­le mit Ras­peln, Kot­un­ter­su­chung oder Wurm­kur sowie der Anfahrt des Tier­arz­tes. Abge­rech­net wird nach der Gebüh­ren­ord­nung für Tier­ärz­te (GOT), die je nach Auf­wand den ein- bis drei­fa­chen Satz erlaubt; im Not­dienst kom­men eine Not­dienst­ge­bühr und min­des­tens der zwei­fa­che Satz hin­zu. Preis­un­ter­schie­de zwi­schen Pra­xen sind des­halb nor­mal und kein Zei­chen für schlech­te Arbeit.

Wie­der­keh­ren­de Pos­ten im Überblick

Pos­ten Rhyth­mus Was den Preis treibt
Kon­troll­un­ter­su­chung jähr­lich, bei Senio­ren halbjährlich Umfang, Anfahrt, Zusatzdiagnostik
Imp­fun­gen (Teta­nus, Influ­en­za, je nach Hal­tung Herpes) nach Impf­sche­ma: Influ­en­za jähr­lich, für Tur­nier­pfer­de halb­jähr­lich; Teta­nus in mehr­jäh­ri­gen Abständen Impf­stoff, Anzahl der Ter­mi­ne, Grup­pen­imp­fung im Stall spart Anfahrt
Zahn­kon­trol­le und Raspeln jähr­lich, bei Befund öfter Sedie­rung, Spe­zia­list, Extraktionen
Kot­un­ter­su­chung oder Wurmkur zwei- bis vier­mal jährlich selek­ti­ve Ent­wur­mung nach Kot­pro­be ist oft güns­ti­ger als Routinekuren
Gro­ßes Blutbild bei älte­ren und sport­lich genutz­ten Pfer­den jährlich Labor­um­fang, Hor­mon­pro­fi­le, Versand

Als Grö­ßen­ord­nung liegt die Rou­ti­ne für ein gesun­des erwach­se­nes Pferd im mitt­le­ren drei­stel­li­gen Bereich pro Jahr, mit Zahn­be­hand­lung unter Sedie­rung und Blut­bild dar­über; Foh­len, Seni­or­pfer­de und chro­nisch kran­ke Tie­re kos­ten deut­lich mehr. Der eigent­li­che Kos­ten­trei­ber sind aber nicht die Rou­ti­nen, son­dern die unplan­ba­ren Fäl­le: Kolik, Lahm­heits­dia­gnos­tik mit Rönt­gen und Ultra­schall, Kli­nik­auf­ent­halt. Was ein­zel­ne Leis­tun­gen kos­ten, lesen Sie unter Wurm­kur, Rönt­gen, Ultra­schall und Pfer­de­kli­nik. Eine Pfer­de-OP-Ver­si­che­rung fängt die gro­ßen Rech­nun­gen ab, die Rou­ti­ne bleibt bei Ihnen – eine Kran­ken­voll­ver­si­che­rung über­nimmt je nach Tarif auch Imp­fun­gen und Zahn­pfle­ge, kos­tet dafür ein Vielfaches.

Prak­ti­sche Check­lis­te für ver­ant­wor­tungs­vol­le Pferdehaltung

  • Jah­res­pflicht: Min­des­tens eine Rou­ti­ne­un­ter­su­chung mit Zahn­check und Imp­fung vereinbaren
  • Zahn­arzt-Spe­zia­list: Regel­mä­ßi­ge zahn­ärzt­li­che Kon­trol­len durch Zahn­arzt für Pfer­de (nicht nur beim Allgemein-TA)
  • Doku­men­ta­ti­on: Impf­pass und alle Unter­su­chungs­er­geb­nis­se aufbewahren
  • Ver­trau­ens­auf­bau: Den­sel­ben Tier­arzt über Jah­re hin­weg nut­zen für bes­se­re Verlaufsbeobachtung
  • Ver­si­che­rungs­schutz: Pfer­de­kran­ken­ver­si­che­rung mit OP-Abde­ckung und Heil­be­hand­lung ver­glei­chen und abschließen
  • Not­fall-Pla­nung: Kon­takt zu Not­fall­tier­arzt oder Tier­kli­nik in der Nähe recherchieren

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