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Wie wird der Ver­si­che­rungs­wert 1914 berechnet?

Aktualisiert: 14. Juni 2026  ·  Veröffentlicht: 17. September 2024

Der Ver­si­che­rungs­wert 1914 ist ein infla­ti­ons­be­rei­nig­ter Refe­renz­wert in der Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung, der durch Rück­rech­nung des heu­ti­gen Wie­der­auf­bau­wer­tes auf das Preis­ni­veau von 1914 ermit­telt wird. Die Berech­nung erfolgt durch Divi­si­on des aktu­el­len Wie­der­auf­bau­wer­tes durch den Bau­preis­in­dex des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amts. Die­ser his­to­ri­sche Basis­wert ermög­licht es, die Ver­si­che­rungs­sum­me jähr­lich an die tat­säch­li­chen Bau­kos­ten anzu­pas­sen und fai­re Scha­dens­er­satz­leis­tun­gen zu gewährleisten.

Der his­to­ri­sche Hin­ter­grund: War­um 1914?

Das Jahr 1914 wur­de als Refe­renz­da­tum gewählt, weil es das letz­te Jahr vor dem Ers­ten Welt­krieg mit sta­bi­len wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­sen war. Seit­dem dient die­ses Jahr als infla­ti­ons­un­ab­hän­gi­ger Bezugs­punkt für die Berech­nung von Gebäu­de­wer­ten. Der Vor­teil liegt dar­in, dass Ver­si­che­rer und Ver­si­che­rungs­neh­mer unab­hän­gig von Wäh­rungs­wech­seln und his­to­ri­schen Infla­ti­ons­er­eig­nis­sen einen objek­ti­ven Wert ver­wen­den kön­nen. Heu­te ist die Nut­zung des Ver­si­che­rungs­werts 1914 in Deutsch­land eine bran­chen­üb­li­che Pra­xis, die die Trans­pa­renz und Fair­ness bei der Scha­dens­re­gu­lie­rung erhöht.

Die Berech­nungs­me­tho­de: Schritt für Schritt

Die Berech­nung des Ver­si­che­rungs­werts 1914 folgt die­sem Schema:

  • Wie­der­auf­bau­wert ermit­teln: Zunächst wird der aktu­el­le Wie­der­auf­bau­wert des Gebäu­des fest­ge­stellt – also die Kos­ten für einen voll­stän­di­gen Neu­bau mit ver­gleich­ba­ren Stan­dards, Mate­ria­li­en und Handwerksleistungen.
  • Bau­preis­in­dex ermit­teln: Das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt ver­öf­fent­licht jähr­lich den Bau­preis­in­dex, der die Preis­ent­wick­lung von Bau­stof­fen und Leis­tun­gen seit 1914 abbil­det. Die­ser Index liegt 2026 bei ca. 2.500–2.700 Punk­ten (je nach Gebäu­de­art und Region).
  • Rück­rech­nung durch­füh­ren: Die For­mel lau­tet: Ver­si­che­rungs­wert 1914 = (Heu­ti­ger Wie­der­auf­bau­wert ÷ Bau­preis­in­dex) × 100. Das Ergeb­nis wird in his­to­ri­schen Reichs­mark aus­ge­drückt, dient aber rein rech­ne­risch als Indexbasis.
  • Jähr­li­che Anpas­sung: Der Ver­si­che­rungs­wert wird nicht sta­tisch ver­wen­det, son­dern jähr­lich an den aktu­el­len Bau­preis­in­dex ange­passt, um Infla­ti­on und Kos­ten­stei­ge­run­gen abzubilden.

Prak­ti­sches Bei­spiel: Berech­nung in der Praxis

Ange­nom­men, ein Wohn­haus hat einen heu­ti­gen Wie­der­auf­bau­wert von 450.000 Euro. Der aktu­el­le Bau­preis­in­dex beträgt 2.550 Punkte:

Ver­si­che­rungs­wert 1914 = (450.000 Euro ÷ 2.550) × 100 = ca. 17.647 Mark

Die­ser Basis­wert ermög­licht es dem Ver­si­che­rer, die Ver­si­che­rungs­sum­me auto­ma­tisch an künf­ti­ge Bau­preis­ver­än­de­run­gen anzu­pas­sen. Steigt der Index nächs­tes Jahr auf 2.620, erhöht sich die ver­si­cher­te Sum­me proportional.

Fak­to­ren, die den Ver­si­che­rungs­wert beeinflussen

  • Moder­ni­sie­run­gen und Umbau­ten: Neue Hei­zun­gen, Fas­sa­den­däm­mun­gen oder Dach­sa­nie­run­gen erhö­hen den Wie­der­auf­bau­wert und müs­sen dem Ver­si­che­rer mit­ge­teilt werden.
  • Bau­li­che Erwei­te­run­gen: Anbau­ten, Dach­aus­bau­ten oder die Instal­la­ti­on von Solar­an­la­gen ver­än­dern die Gebäu­de­grö­ße und damit den Ausgangswert.
  • Regio­na­le Bau­preis­un­ter­schie­de: In Bal­lungs­räu­men kön­nen Bau­kos­ten deut­lich höher aus­fal­len als in länd­li­chen Gegen­den – dies soll­te bei der Wert­ermitt­lung berück­sich­tigt werden.
  • Bau­sub­stanz und Alter: Älte­re Gebäu­de kön­nen höhe­re Sanie­rungs­kos­ten haben, was den Wie­der­auf­bau­wert beeinflusst.

Check­lis­te: So prü­fen Sie Ihren Ver­si­che­rungs­wert 1914

  • Las­sen Sie den aktu­el­len Wie­der­auf­bau­wert durch Gut­ach­ter oder den Ver­si­che­rer ermitteln
  • Ver­glei­chen Sie die ver­si­cher­te Sum­me mit dem tat­säch­li­chen Bau­preis­in­dex 2026 beim Sta­tis­ti­schen Bundesamt
  • Mel­den Sie Moder­ni­sie­run­gen und Umbau­ten sofort Ihrer Versicherung
  • Prü­fen Sie jähr­lich, ob die inde­xier­te Ver­si­che­rungs­sum­me ausreicht
  • Nut­zen Sie einen Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung-Ver­gleich, um sicher­zu­stel­len, dass Ihr Tarif moder­ne Inde­xie­rungs­re­geln nutzt

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