Arbeitskraftabsicherung
Grundfähigkeitsversicherung 2026: Multirente vergleichen, Kosten & ehrliche Einordnung
Aktualisiert: 04. August 2026 · Veröffentlicht: 08. Oktober 2019
Versicherungskaufmann · Versicherungsmakler §34d GewO Fachlich geprüftAktualisiert: 04.08.2026Mehr über den Experten
Fachlich geprüft mit Blick auf die kombinierte Absicherung von Grundfähigkeiten, schweren Krankheiten und Pflege, Leistungsauslöser und die Abgrenzung zur BU.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Multi-Rente (Funktionsinvaliditätsversicherung) zahlt eine monatliche Rente, wenn Sie eine Grundfähigkeit wie Sehen, Hören, Gehen oder den Gebrauch der Hände verlieren.
- Oft sind auch schwere Krankheiten und Pflegebedürftigkeit mitversichert.
- Anders als die Berufsunfähigkeitsversicherung stellt sie nicht auf Ihren Beruf ab, sondern auf den konkreten Fähigkeitsverlust – die Gesundheitsprüfung ist einfacher, der Beitrag oft günstiger.
- Für körperlich Tätige und für Kinder ist sie eine prüfenswerte Alternative oder Ergänzung zur BU.
- Beitragsrelevant sind Alter, Raucherstatus, Rentenhöhe und die Risikogruppe: K (Kinder bis 15 Jahre), A (ohne körperliche Tätigkeit) oder B (körperlich/handwerklich tätig).
Das Wichtigste in Kürze
- Die Grundfähigkeitsversicherung zahlt eine monatliche Rente, wenn Sie eine Grundfähigkeit verlieren – zum Beispiel Sehen, Hören, Gehen oder den Gebrauch der Hände. Ihr Beruf spielt dabei keine Rolle.
- Als Multirente (Funktionsinvaliditätsversicherung) kombiniert der Vertrag mehrere Auslöser: Verlust von Grundfähigkeiten, schwere Erkrankungen, Pflegebedürftigkeit, Unfallinvalidität und Organschädigung – je nach Tarif.
- Sie ist die Alternative, wenn die Berufsunfähigkeitsversicherung zu teuer oder wegen Beruf und Vorerkrankungen schwer zu bekommen ist – ersetzt aber keine vollwertige BU.
- Geleistet wird eine laufende Monatsrente statt einer Einmalzahlung: Das Geld fließt Monat für Monat und ersetzt weggefallenes Einkommen.
- Über die Annahme entscheiden die Gesundheitsfragen – die Prüfung ist meist einfacher als in der BU, sorgfältig beantwortet werden müssen die Fragen trotzdem.
Die Grundfähigkeitsversicherung – am Markt auch Multirente oder Funktionsinvaliditätsversicherung genannt – zahlt Ihnen eine monatliche Rente, wenn Sie eine definierte Grundfähigkeit durch Unfall oder Krankheit verlieren. Anders als die Berufsunfähigkeitsversicherung stellt sie nicht auf Ihren Beruf ab, sondern auf den konkreten Fähigkeitsverlust. Das macht die Gesundheitsprüfung einfacher und den Beitrag oft deutlich günstiger – besonders für körperlich und handwerklich Tätige sowie für Kinder. Hier finden Sie die versicherten Grundfähigkeiten, die Beitragshebel, die ehrliche Abgrenzung zur BU – und den Tarifvergleich direkt auf dieser Seite.
Unverbindliche Anfrage: Wir prüfen passende Tarife für Ihre Situation
Die Grundfähigkeitsversicherung lässt sich nicht sinnvoll über einen reinen Beitragsrechner vergleichen: Entscheidend sind die Fähigkeitsdefinitionen im Bedingungswerk und Ihre gesundheitliche Vorgeschichte. Schildern Sie uns deshalb kurz Ihre Situation – wir melden uns mit einer Einschätzung. Kostenlos und unverbindlich.
Das Anfrage-Formular wird geladen …
Was ist eine Grundfähigkeitsversicherung – und wie funktioniert die Multirente?
Die Grundfähigkeitsversicherung ist eine Arbeitskraftabsicherung, die Ihnen eine monatliche Rente zahlt, sobald Sie eine im Vertrag definierte Grundfähigkeit durch Unfall oder Krankheit verlieren – etwa Sehen, Hören, Gehen oder den Gebrauch der Hände. Als Multirente beziehungsweise Funktionsinvaliditätsversicherung bündelt sie mehrere Leistungsauslöser in einem Vertrag: Fähigkeitsverlust, schwere Erkrankungen und Pflegebedürftigkeit.
🦿 Die Fähigkeit zählt, nicht der Beruf
Entscheidend ist allein, ob eine versicherte Grundfähigkeit tatsächlich verloren geht. Ob Sie danach noch arbeiten können oder wollen, spielt für den Leistungsanspruch keine Rolle – das unterscheidet sie grundlegend von der Berufsunfähigkeitsversicherung.
💶 Monatliche Rente statt Einmalzahlung
Geleistet wird eine laufende Monatsrente, keine einmalige Kapitalsumme. Das Geld kommt also Monat für Monat und ersetzt weggefallenes Einkommen – Höhe und Zahldauer legen Sie bei Vertragsabschluss selbst fest.
🧩 Multirente: mehrere Bausteine
Üblich ist eine Kombination aus fünf Elementen: Invalidität durch Unfall, Organschädigung, schwere Erkrankungen, Verlust von Grundfähigkeiten und Pflegebedürftigkeit – jeweils ausgelöst durch Unfall oder Krankheit.
📋 Einfachere Gesundheitsprüfung
Weil nicht der Beruf, sondern die Fähigkeit versichert wird, fällt die Gesundheitsprüfung meist einfacher aus als in der BU – und der Beitrag oft deutlich günstiger. Die Gesundheitsfragen bleiben trotzdem entscheidend.
Video: Was ist die Multi-Rente (Funktionsinvaliditätsversicherung)?
ⓘ KI-generiertes Video – digitaler Avatar, synthetische Stimme · Inhalt fachlich geprüft von Andreas Quast
- Die Multi-Rente (auch Funktionsinvaliditätsversicherung) zahlt eine monatliche Rente, wenn Sie bestimmte Grundfähigkeiten verlieren – z. B. Sehen, Hören, Gehen oder den Gebrauch der Hände. Oft sind auch schwere Krankheiten und Pflegebedürftigkeit abgesichert.
- Der Unterschied zur Berufsunfähigkeitsversicherung: Es kommt nicht auf den Beruf an, sondern nur auf den konkreten Verlust einer Fähigkeit.
- Das macht die Gesundheitsprüfung einfacher und den Beitrag oft deutlich günstiger.
Transkript anzeigen
Eine Rente, wenn Sie eine wichtige Grundfähigkeit verlieren. Das ist die Idee hinter der Multi-Rente. Die Multi-Rente, auch Funktionsinvaliditätsversicherung genannt, zahlt Ihnen eine monatliche Rente, wenn Sie bestimmte Grundfähigkeiten verlieren, zum Beispiel das Sehen, das Hören, das Gehen oder den Gebrauch Ihrer Hände. Oft sind auch schwere Krankheiten und Pflegebedürftigkeit abgesichert. Der große Unterschied zur Berufsunfähigkeitsversicherung: Es kommt nicht auf Ihren Beruf an, sondern nur auf den konkreten Verlust einer Fähigkeit. Das macht die Gesundheitsprüfung einfacher und den Beitrag oft deutlich günstiger. Vergleichen Sie die Tarife jetzt kostenlos auf versicherungsvergleiche.de.
Welche Grundfähigkeiten sind versichert – und was deckt die Multirente zusätzlich ab?
Versichert ist immer eine im Vertrag abschließend aufgezählte Liste von Grundfähigkeiten. Die Multirente erweitert diesen Kern um weitere Bausteine – in der Regel um fünf Absicherungselemente zur Arbeitskraftabsicherung bei Krankheit oder Unfall:
| Baustein | Was abgesichert ist | Ausgelöst durch | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|---|---|
| Verlust von Grundfähigkeiten | Sehen, Hören, Sprechen, Gebrauch der Hände, Gehen, Stehen, Treppensteigen, Knien und Bücken, Heben und Tragen, teils Autofahren | Unfall oder Krankheit | Kern des Vertrags: Wie viele und welche Fähigkeiten der Tarif aufführt |
| Schwere Erkrankungen | Schwere Krankheitsbilder, die in den Bedingungen namentlich genannt sind | Unfall oder Krankheit | Umfang der Liste und wie die Krankheitsbilder definiert werden |
| Pflegebedürftigkeit | Rente, wenn Sie auf fremde Hilfe im Alltag angewiesen sind | Unfall oder Krankheit | Ab welchem Grad der Pflegebedürftigkeit geleistet wird |
| Invalidität durch Unfall | Dauerhafte körperliche Beeinträchtigung nach einem Unfall | Unfall | Verhältnis zu einer bereits bestehenden Unfallversicherung |
| Organschädigung | Dauerhafte Funktionsstörung wichtiger Organe | Unfall oder Krankheit | Welche Organe genannt sind und ab welcher Schwere |
Genau hier lohnt der Grundfähigkeitsversicherung Vergleich: Welche Fähigkeiten aufgeführt sind, wie stark eine Fähigkeit eingeschränkt sein muss und welche Bausteine der Tarif überhaupt enthält, unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter erheblich. Zwei Verträge mit demselben Beitrag können völlig unterschiedliche Leistungsversprechen enthalten – deshalb zählt neben dem Preis immer der Bedingungstext. Die Tarife berechnen Sie über das Anfrageformular oben auf dieser Seite.
Was eine Grundfähigkeit im Vertragssinn bedeutet
Gemeint sind elementare körperliche Fähigkeiten des Alltags, nicht berufliche Tätigkeiten. Ob Sie einen Bildschirmarbeitsplatz haben oder auf dem Bau arbeiten, ändert am Leistungsauslöser nichts: Verlieren Sie das Sehvermögen oder den Gebrauch Ihrer Hände, ist der Fall versichert – ganz gleich, welchen Beruf Sie ausüben. Umgekehrt gilt aber auch: Wer seinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen aufgeben muss, ohne dass eine der aufgezählten Fähigkeiten weggefallen ist, erhält aus diesem Vertrag keine Rente.
Was kostet eine Grundfähigkeitsversicherung?
Einen Pauschalbeitrag gibt es nicht: Was Sie zahlen, ergibt sich aus Ihrer persönlichen Ausgangslage und der gewünschten Absicherung. Weil die Versicherung nicht auf den Beruf abstellt, liegt der Beitrag allerdings oft deutlich unter dem einer Berufsunfähigkeitsversicherung – genau das macht sie für viele erst bezahlbar. Diese Hebel bestimmen den Preis:
- Alter bei Vertragsbeginn: Je früher Sie einsteigen, desto günstiger der Beitrag – und desto größer die Chance, die Gesundheitsfragen ohne Vorerkrankungen zu beantworten.
- Risikogruppe und Tätigkeit: Üblich ist die Einteilung in K (Kinder bis 15 Jahre), A (Personen ohne körperliche und handwerkliche Tätigkeiten) und B (Personen mit körperlicher oder handwerklicher Tätigkeit). Dazu kommen Raucher- beziehungsweise Nichtraucherstatus und die Frage, ob Sie Motorrad fahren.
- Höhe und Dauer der Rente: Je höher die gewünschte Monatsrente und je länger sie im Leistungsfall gezahlt werden soll, desto höher der Beitrag. Eine vereinbarte Rentendynamik – die jährliche Steigerung der Rente im Bezugsfall – kostet zusätzlich, schützt aber vor Kaufkraftverlust.
- Umfang der Bausteine: Ein Tarif, der neben den Grundfähigkeiten auch schwere Erkrankungen, Pflegebedürftigkeit, Unfallinvalidität und Organschädigung absichert, kostet mehr als eine schmale Variante. Wer beim Beitrag sparen will, sollte an der Rentenhöhe drehen – nicht an der Substanz der Bedingungen.
Wann leistet die Grundfähigkeitsversicherung – und wann nicht?
Der Leistungsauslöser ist eng definiert und genau darin liegt Stärke und Schwäche zugleich: Die Versicherung zahlt, wenn Sie eine versicherte Grundfähigkeit tatsächlich verlieren – nicht schon dann, wenn Ihre Arbeitsfähigkeit nachlässt. Was das praktisch bedeutet, klären die beiden folgenden Punkte.
Der Leistungsauslöser: der tatsächliche Verlust der Fähigkeit
Maßgeblich ist die Liste im Vertrag. Steht eine Fähigkeit dort und ist sie in dem beschriebenen Ausmaß weggefallen, entsteht der Rentenanspruch – gleichgültig, ob die Ursache ein Unfall oder eine Krankheit war und gleichgültig, welchen Beruf Sie ausüben. Fehlt die Fähigkeit dagegen in der Aufzählung oder ist die Einschränkung schwächer als in den Bedingungen verlangt, gibt es keine Leistung. Deshalb ist die Bedingungslektüre vor dem Abschluss wichtiger als jede Beitragsersparnis.
- Welche Fähigkeiten sind aufgeführt? Prüfen Sie, ob die für Sie wichtigen Fähigkeiten – etwa der Gebrauch der Hände, Heben und Tragen oder Autofahren – überhaupt im Tarif genannt sind.
- Wie stark muss die Einschränkung sein? Die Bedingungen beschreiben je Fähigkeit, ab welchem Ausmaß der Verlust als eingetreten gilt und wie lange dieser Zustand voraussichtlich bestehen muss.
- Welche Bausteine greifen zusätzlich? Kommt der Anspruch nicht über die Grundfähigkeiten zustande, können in der Multirente die Bausteine schwere Erkrankungen, Pflegebedürftigkeit, Unfallinvalidität oder Organschädigung einschlägig sein.
Nachweis, Gesundheitsfragen und typische Grenzen
Den Verlust der Fähigkeit müssen Sie ärztlich nachweisen – der Versicherer prüft anhand der Unterlagen, ob der in den Bedingungen beschriebene Zustand erreicht ist. Ebenso wichtig ist der Blick zurück: Die Gesundheitsfragen im Antrag müssen vollständig und wahrheitsgemäß beantwortet werden, sonst riskieren Sie im Leistungsfall den Anspruch. Und die strukturelle Grenze bleibt: Wer arbeitsunfähig wird, ohne eine der aufgezählten Fähigkeiten zu verlieren – etwa bei vielen psychischen Erkrankungen –, erhält aus diesem Vertrag keine Rente. Wer diese Fälle abdecken will, braucht die Berufsunfähigkeitsversicherung.
Video: Für wen ist die Multi-Rente sinnvoll – und die Abgrenzung zur BU
ⓘ KI-generiertes Video – digitaler Avatar, synthetische Stimme · Inhalt fachlich geprüft von Andreas Quast
- Besonders sinnvoll, wenn eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu teuer oder wegen Beruf/Vorerkrankungen schwer zu bekommen ist – auch für körperlich arbeitende Menschen oft eine gute Lösung.
- Wichtig: Die Multi-Rente ersetzt keine vollwertige BU. Die BU zahlt schon, wenn Sie Ihren Beruf nicht mehr ausüben können – die Multi-Rente erst beim tatsächlichen Verlust einer Grundfähigkeit.
- Sie ist damit eine günstige Alternative oder eine sinnvolle Ergänzung.
Transkript anzeigen
Für wen ist die Multi-Rente die richtige Wahl? Und wo sind ihre Grenzen? Die Multi-Rente ist besonders sinnvoll, wenn eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Sie zu teuer ist oder wegen Ihres Berufs oder Vorerkrankungen nur schwer zu bekommen ist. Auch für körperlich arbeitende Menschen ist sie oft eine gute Lösung. Wichtig zu wissen: Die Multi-Rente ersetzt keine vollwertige Berufsunfähigkeitsversicherung. Die BU zahlt bereits, wenn Sie Ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Die Multi-Rente leistet dagegen erst, wenn Sie eine bestimmte Grundfähigkeit tatsächlich verlieren. Sie ist damit eine günstige Alternative oder eine sinnvolle Ergänzung. Vergleichen Sie die Tarife jetzt kostenlos auf versicherungsvergleiche.de.
Grundfähigkeitsversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung?
Die ehrliche Antwort vorweg: Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist die stärkere Absicherung, weil sie bereits zahlt, wenn Sie Ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Die Grundfähigkeitsversicherung leistet erst beim tatsächlichen Verlust einer Fähigkeit – dafür ist sie günstiger und leichter zu bekommen. Sie ist damit die klassische BU-Alternative, keine Verbesserung:
| Kriterium | Berufsunfähigkeitsversicherung | Grundfähigkeitsversicherung / Multirente |
|---|---|---|
| Leistungsauslöser | Sie können Ihren Beruf nicht mehr ausüben | Sie verlieren eine versicherte Grundfähigkeit |
| Bezug zum Beruf | Der zuletzt ausgeübte Beruf ist der Maßstab | Kein Berufsbezug – es zählt die Fähigkeit |
| Gesundheitsprüfung | Umfangreich, Vorerkrankungen wiegen schwer | Meist einfacher, Annahme häufiger möglich |
| Beitrag | Höher, bei körperlichen Berufen deutlich | Oft spürbar günstiger, kaum berufsabhängig |
| Leistungsumfang | Am breitesten, auch bei psychischen Erkrankungen | Auf die aufgezählten Auslöser begrenzt |
| Typischer Einsatz | Erste Wahl, wenn Beruf und Gesundheit sie zulassen | Alternative oder Ergänzung, wenn die BU zu teuer oder nicht erhältlich ist |
🧩 Grundfähigkeiten-Check
Drei Angaben, eine erste Einordnung Ihrer Absicherung – ohne persönliche Daten.
Alternative, Ergänzung – oder beides?
In der Beratungspraxis führen drei Wege zum Ziel. Wer die Berufsunfähigkeitsversicherung zu vertretbaren Konditionen bekommt, sollte sie zuerst prüfen. Ist der Beitrag wegen eines handwerklichen Berufs zu hoch oder scheitert der Antrag an Vorerkrankungen, ist die Grundfähigkeitsversicherung die realistische Absicherung statt gar keiner. Und wer bereits eine BU mit niedriger Rente hat, kann die Multirente als zweite Säule danebenstellen – dann greifen zwei Verträge mit unterschiedlichen Auslösern.
Für wen lohnt sich die Grundfähigkeitsversicherung?
Besonders sinnvoll ist sie, wenn eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Sie zu teuer ist oder wegen Ihres Berufs beziehungsweise Vorerkrankungen nur schwer zu bekommen ist. Für körperlich arbeitende Menschen ist sie oft eine gute Lösung, ebenso für Kinder und Jugendliche, die noch keinen Beruf haben. Machen Sie zuerst den Check, dann die Einordnung:
🧭 Bedarfs-Check: Grundfähigkeitsversicherung, BU – oder beides?
Vier Fragen, eine ehrliche Einschätzung – ohne persönliche Daten.
✓ Sie spricht für sich, wenn …
- Sie handwerklich oder körperlich arbeiten und die BU deshalb sehr teuer ist
- Vorerkrankungen einen BU-Antrag erschweren oder verhindert haben
- Sie ein Kind absichern möchten, das noch keinen Beruf ausübt
- Sie eine bestehende BU-Rente um einen zweiten Auslöser ergänzen wollen
- Ihnen eine laufende Monatsrente wichtiger ist als eine einmalige Kapitalzahlung
✗ Ihre Grenzen sollten Sie kennen
- Sie leistet erst beim tatsächlichen Verlust einer aufgezählten Fähigkeit
- Erkrankungen ohne Fähigkeitsverlust lösen keine Rente aus
- Der Leistungsumfang einer vollwertigen BU wird in der Regel nicht erreicht
- Die Gesundheitsfragen entscheiden weiterhin über Annahme und Beitrag
Unsere Praxis-Einordnung: Die Grundfähigkeitsversicherung ist selten die theoretisch beste, aber häufig die praktisch beste Lösung – nämlich dann, wenn die Alternative keine Absicherung wäre. Prüfen Sie zuerst die Berufsunfähigkeitsversicherung, und wenn dieser Weg versperrt ist, sichern Sie die Grundfähigkeiten ab, statt die Entscheidung zu vertagen. Welche Rente zu welchem Beitrag möglich ist, sehen Sie über das Anfrageformular oben auf dieser Seite.
Grundfähigkeitsversicherung vergleichen – Tarife berechnen
Die Unterschiede zwischen den Tarifen liegen nicht nur im Beitrag, sondern vor allem in der Liste der versicherten Grundfähigkeiten und in den mitversicherten Bausteinen. Genau deshalb steht das Anfrageformular direkt oben auf dieser Seite: Sie geben Tarifgruppe, Geburtsdatum, Risikogruppe, Raucherstatus, Wunschrente, Zahldauer und Dynamik ein und sehen die passenden Tarife nebeneinander – kostenfrei, unverbindlich und ohne Vorabkontakt. Bei Rückfragen zu einzelnen Bedingungen erreichen Sie uns danach jederzeit.
Ihre Situation kurz schildern – wir prüfen passende Tarife.
Kinder, junge Erwachsene und Berufseinsteiger absichern
🧒 Kinder
Für Kinder bis 15 Jahre gibt es im Vergleich eine eigene Risikogruppe K. Kinder haben noch keinen Beruf und damit keinen Zugang zu einer klassischen Berufsunfähigkeitsversicherung – die Grundfähigkeitsversicherung setzt dagegen am Verlust einer Fähigkeit an und passt deshalb schon im Kindesalter.
🎒 Schüler und Azubis
Wer noch in Schule oder Ausbildung steckt, hat meist ein sehr niedriges Eintrittsalter – und Alter ist einer der stärksten Beitragshebel. Die Multirente sichert hier den Fall ab, dass eine Grundfähigkeit wie Sehen, Hören oder der Gebrauch der Hände durch Unfall oder Krankheit verloren geht.
🎓 Berufseinsteiger
Am Berufsstart ist das Budget knapp, der Absicherungsbedarf aber am größten. Wenn die Berufsunfähigkeitsversicherung zu teuer ist, ist die Grundfähigkeitsversicherung eine ernsthafte BU-Alternative: geringerer Beitrag, einfachere Gesundheitsprüfung, dafür engerer Leistungsauslöser.
🔧 Handwerk und Bau
Körperlich und handwerklich Tätige fallen in die Risikogruppe B und zahlen in der Berufsunfähigkeitsversicherung häufig sehr hohe Beiträge oder werden gar nicht angenommen. Genau für diese Gruppe ist die Funktionsinvaliditätsversicherung oft die praktikable Lösung.
💼 Büro und öffentlicher Dienst
Personen ohne körperliche oder handwerkliche Tätigkeit gehören zur Risikogruppe A. Auch hier lohnt der Blick: Der Verlust des Sehvermögens oder des Gehens trifft Schreibtischberufe genauso – und im öffentlichen Dienst kann eine eigene Tarifgruppe hinterlegt sein.
👨👩👧 Eltern und Familien
Fällt das Einkommen eines Elternteils dauerhaft weg, gerät die Familienplanung ins Wanken. Eine monatliche Rente statt einer Einmalzahlung hält den Haushalt über Jahre stabil – wahlweise mit Rentendynamik, also einer jährlichen Steigerung der Rente im Bezugsfall.
Im Leistungsfall: Wie läuft die Auszahlung ab?
Die Grundfähigkeitsversicherung zahlt keine einmalige Summe, sondern eine monatliche Rente. Bis sie fließt, sind drei Schritte zu gehen:
- 1. Leistungsfall melden: Sobald absehbar ist, dass eine Grundfähigkeit dauerhaft eingeschränkt oder verloren ist, informieren Sie Ihren Versicherer. Halten Sie den Versicherungsschein und die Versicherungsbedingungen bereit – dort ist definiert, welche Fähigkeiten in welchem Umfang versichert sind. Je vollständiger Ihre Angaben von Anfang an sind, desto schneller läuft die Prüfung.
- 2. Auslöser und Nachweis klären: Geprüft wird nicht, ob Sie Ihren Beruf noch ausüben können, sondern ob einer der versicherten Auslöser vorliegt: der Verlust einer Grundfähigkeit, eine schwere Erkrankung, eine Organschädigung, Pflegebedürftigkeit oder eine Invalidität durch Unfall. Dafür werden ärztliche Befunde und Behandlungsunterlagen benötigt; welcher Nachweis genügt, regelt der jeweilige Tarif.
- 3. Rente fließt monatlich: Ist der Leistungsfall anerkannt, erhalten Sie die vereinbarte Monatsrente – so lange, wie es im Vertrag festgelegt wurde. Haben Sie beim Abschluss eine Rentendynamik gewählt, steigt die Rente im Bezugsfall jährlich an. Die Höhe der Rente und die Leistungsdauer legen Sie schon im Vergleich fest, nicht erst im Schadenfall.
Bestehenden Vertrag prüfen, anpassen oder ergänzen
Viele Anfragen erreichen uns von Menschen, die bereits eine Multirente oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung haben. Die Reihenfolge, in der Sie denken sollten:
- Nicht vorschnell kündigenIhr Gesundheitszustand entscheidet über jeden Neuabschluss. Ein bestehender Vertrag, dessen Gesundheitsfragen einmal angenommen wurden, ist deshalb ein Wert für sich – neue Diagnosen können bei einem neuen Antrag zu Ausschlüssen, Zuschlägen oder einer Ablehnung führen. Erst prüfen, dann entscheiden.
- Rentenhöhe gegen den heutigen Bedarf haltenWas vor Jahren als monatliche Rente ausreichend erschien, deckt heute womöglich die laufenden Kosten nicht mehr. Prüfen Sie die vereinbarte Rentenhöhe, die Leistungsdauer und die Frage, ob eine Rentendynamik eingeschlossen ist – also eine jährliche Steigerung der Rente im Bezugsfall.
- Bausteine im Vertrag durchsehenEine Funktionsinvaliditätsversicherung kombiniert in der Regel mehrere Elemente: Invalidität durch Unfall, Organschädigung, schwere Erkrankungen, Verlust von Grundfähigkeiten und Pflegebedürftigkeit. Nicht jeder Tarif enthält alle fünf. Schauen Sie nach, welche Auslöser Ihr Vertrag tatsächlich abdeckt.
- Ergänzen statt tauschenWer bereits eine Berufsunfähigkeitsversicherung hat, braucht selten einen Wechsel, aber oft eine Aufstockung: Die Multirente kann als zusätzliche Absicherung danebenstehen. Wo sich ein Wechsel wirklich rechnet, zeigt der Grundfähigkeitsversicherung Vergleich über das Anfrageformular oben – auch wenn das Ergebnis „behalten“ lautet.
Checklisten: Vor dem Abschluss & im Leistungsfall
Zwei praktische Checklisten – direkt abhakbar (auch per Klick auf den Text), druckbar und per Mail versendbar:
1. Vor dem Abschluss
2. Im Leistungsfall
7 Irrtümer zur Grundfähigkeitsversicherung
Rund um Multirente, Leistungsauslöser und Gesundheitsprüfung halten sich hartnäckige Halbwahrheiten. Das Quiz zeigt sieben typische Irrtümer und färbt nach Ihrer Auswahl die richtige Antwort hellgrün und die falsche hellrot.
1. Die Multirente ersetzt eine vollwertige Berufsunfähigkeitsversicherung.
2. Ob geleistet wird, hängt davon ab, ob Sie Ihren Beruf noch ausüben können.
3. Im Leistungsfall gibt es eine einmalige Kapitalsumme.
4. Auf Gesundheitsfragen können Sie beim Abschluss verzichten.
5. Neben Grundfähigkeiten können auch schwere Krankheiten und Pflegebedürftigkeit mitversichert sein.
6. Ob Sie körperlich arbeiten, wirkt sich auf Ihren Beitrag aus.
7. Für Kinder gibt es keine Grundfähigkeitsversicherung.
Häufige Fragen zur Grundfähigkeitsversicherung
Das sagen unsere Kunden
„Als Dachdecker war die BU für mich schlicht nicht bezahlbar. Man hat mir die Grundfähigkeitsversicherung erklärt, statt mir einfach etwas zu verkaufen – jetzt habe ich überhaupt einen Schutz.”
Marco H.Osnabrück„Nach zwei Ablehnungen in der Berufsunfähigkeitsversicherung wegen meiner Rückengeschichte hätte ich fast aufgegeben. Über die Multirente hat es dann doch geklappt.”
Stefanie R.Mainz„Mir war wichtig, dass ehrlich gesagt wird, was der Schutz nicht kann. Dass die Multirente keine vollwertige BU ersetzt, wusste ich vorher nicht – jetzt weiß ich, worauf ich mich verlasse.”
Julia B.Erfurt„Für unseren Sohn haben wir früh abgeschlossen. In der Risikogruppe für Kinder war der Beitrag überschaubar, und gesundheitlich gab es keinerlei Hürden.”
Andreas W.Koblenz„Ich habe bereits eine BU und wollte schwere Krankheiten und Pflege zusätzlich abdecken. Die Kombination wurde mir sauber gegenübergestellt, ohne Druck.”
Tobias L.Regensburg„Dass es auf die Fähigkeit ankommt und nicht auf meinen Beruf, war für mich der Aha-Moment. Vorher hatte ich das komplett falsch verstanden.”
Claudia F.Lübeck„Die Gesundheitsfragen haben wir gemeinsam Punkt für Punkt durchgegangen. Lieber eine Stunde länger gebraucht, als später im Leistungsfall ein Problem zu haben.”
Hannelore D.Wuppertal„Ehrliche Ansage: Für meinen Bürojob wurde mir zuerst die Berufsunfähigkeitsversicherung empfohlen, nicht die Multirente. Genau so wünscht man sich Beratung.”
Peter H.Kaiserslautern„Am Ende habe ich mich bewusst gegen die Multirente entschieden und meine BU aufgestockt. Auch diesen Weg hat man mir offen mitgetragen.”
Sabine T.Gießen„Ausbildung im Handwerk, kleines Budget: Statt mich zu einer hohen Rente zu überreden, hieß es, lieber klein starten und später erhöhen. Das war fair.”
Lukas M.Paderborn„Ich arbeite in der Pflege und hebe täglich. Dass hier die körperliche Tätigkeit den Beitrag nicht so stark verteuert wie in der BU, hat mich überzeugt.”
Nadine S.Oldenburg„Als Beamter dachte ich, ich sei versorgt. Die Einordnung hat gezeigt, dass ein Fähigkeitsverlust auch bei mir eine echte Lücke reißen würde.”
Frank J.Schwerin„Der Vergleich hat mir gezeigt, dass sich die Tarife nicht nur im Preis, sondern vor allem in der Zahl der abgesicherten Grundfähigkeiten unterscheiden.”
Renate G.Bamberg„Zwei Varianten durchgerechnet – einmal mit Rentendynamik, einmal ohne. Erst dadurch konnte ich wirklich entscheiden, was mir der Inflationsschutz wert ist.”
Daniel P.Heilbronn„Vergleich gestartet, kurz darauf kam eine verständliche Gegenüberstellung mit klarer Empfehlung. Keine Werbefloskeln, sondern Bedingungen im Klartext.”
Katrin E.RostockWeiterführende Themen
Autor und fachliche Verantwortung
Andreas Quast
Versicherungskaufmann und Versicherungsmakler nach § 34d GewO, Vermittlerregister-Nr. D‑3L74-BQI3F-65. Andreas Quast ist seit 1993 im deutschen Versicherungsmarkt tätig und berät Privat- und Geschäftskunden zur Absicherung der Arbeitskraft. Er hat diese Seite mit Blick auf die kombinierte Absicherung von Grundfähigkeiten, schweren Krankheiten und Pflege, die Leistungsauslöser und die Abgrenzung zur Berufsunfähigkeitsversicherung am 22.07.2026 fachlich geprüft. Mehr über unseren Experten
Weitere Versicherungsvergleiche auf versicherungsvergleiche.de:
- Unfallversicherung vergleichen
- Kinderunfallversicherung vergleichen
- Berufsunfähigkeitsversicherung vergleichen
- Risikolebensversicherung vergleichen
- Pflegezusatzversicherung vergleichen
- Sterbegeldversicherung vergleichen
- Dread-Disease-Versicherung vergleichen
- Betriebliche Altersvorsorge vergleichen
Inhalt
- Was ist eine Grundfähigkeitsversicherung?
- Video: Was ist die Multi-Rente (Funktionsinvaliditätsversicherung)?
- Welche Grundfähigkeiten sind versichert?
- Was kostet sie wirklich?
- Wann wird geleistet & wann nicht?
- Video: Für wen ist die Multi-Rente sinnvoll – und die Abgrenzung zur BU
- Grundfähigkeit oder Berufsunfähigkeit?
- Für wen lohnt sie sich?
- Anfrage stellen
- Kinder & Berufseinsteiger
- Im Leistungsfall
- Vertrag prüfen & anpassen
- Checklisten
- Irrtümer-Quiz
- Häufige Fragen
- Das sagen unsere Kunden
- Weiterführende Themen
- Autor & fachliche Verantwortung
Weitere Artikel zur Multirente
Lexikon
Verwandte Versicherungen