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Fach­lich geprüft mit Blick auf das Mut­ter­schafts­geld nach § 24i SGB V, den Arbeit­ge­ber­zu­schuss nach § 20 MuSchG, die 210-Euro-Rege­lung für nicht gesetz­lich ver­si­cher­te Frau­en sowie die Schutz­fris­ten des Mutterschutzgesetzes.

Das Wich­tigs­te in Kürze

  • Mut­ter­schafts­geld = 13 € je Kalen­der­tag von der Kran­ken­kas­se (§ 24i SGB V) plus Arbeit­ge­ber­zu­schuss bis zum vol­len Net­to – die ein­zi­ge Lohn­er­satz­leis­tung ohne Einkommenslücke.
  • Schutz­frist: 6 Wochen vor + 8 Wochen nach der Geburt (98 Tage); bei Mehr­lin­gen, Früh­ge­bur­ten und Kin­dern mit Behin­de­rung 12 Wochen danach (126 Tage).
  • Pri­vat- und fami­li­en­ver­si­cher­te Frau­en: nur ein­ma­lig bis 210 € vom Bun­des­amt für Sozia­le Siche­rung – Lücke von gut 1.000 € gegen­über gesetz­lich Ver­si­cher­ten; der Arbeit­ge­ber­zu­schuss bleibt.
  • Bei­spiel: 2.400 € net­to → 1.274 € Kas­se + 6.566 € Arbeit­ge­ber = 7.840 € für 98 Tage.
  • Steu­er­frei mit Pro­gres­si­ons­vor­be­halt; nach der Schutz­frist folgt der Ein­kom­mens­knick aufs Eltern­geld (65 %).

Stand: Juli 2026 · Wer­te für das Kalen­der­jahr 2026

Gesetz­lich ver­si­cher­te Ange­stell­te erhal­ten im Mut­ter­schutz ihr vol­les Net­to wei­ter: 13 Euro je Kalen­der­tag zahlt die Kran­ken­kas­se, den Rest stockt der Arbeit­ge­ber auf – über die gesam­te Schutz­frist von 98 Tagen (bei Mehr­lin­gen und Früh­ge­bur­ten 126 Tage). Der Rech­ner zeigt Ihre Beträ­ge, die 210-Euro-Son­der­re­gel für pri­vat Ver­si­cher­te und den Ein­kom­mens­knick, der erst mit dem Eltern­geld kommt.

Mut­ter­schafts­geld berechnen

Ver­ein­fach­te Schät­zung (Stand 2026): Kran­ken­kas­se max. 13 € je Kalen­der­tag (§ 24i SGB V), Arbeit­ge­ber­zu­schuss auf das kalen­der­täg­li­che Net­to der letz­ten 3 Mona­te (÷ 90, § 20 MuSchG – auch für pri­vat ver­si­cher­te Ange­stell­te), 210 € ein­ma­lig vom Bun­des­amt für Sozia­le Siche­rung für pri­vat oder fami­li­en­ver­si­cher­te Frau­en. Ein­mal­zah­lun­gen, Teil­mo­na­te und Steu­er­klas­sen­wech­sel sind nicht berück­sich­tigt; ver­bind­lich rech­nen Kran­ken­kas­se und Arbeit­ge­ber ab.

Wie hoch ist das Mutterschaftsgeld?

Zwei Zah­ler tei­len sich den Lohn­er­satz: Die Kran­ken­kas­se zahlt gesetz­lich ver­si­cher­ten Arbeit­neh­me­rin­nen mit Kran­ken­geld­an­spruch höchs­tens 13 Euro je Kalen­der­tag (§ 24i SGB V). Liegt Ihr durch­schnitt­li­ches Net­to dar­über – das ist ab etwa 390 Euro Monats­net­to der Fall –, zahlt der Arbeit­ge­ber die Dif­fe­renz als Zuschuss (§ 20 MuSchG): kalen­der­täg­li­ches Net­to der letz­ten drei Mona­te (geteilt durch 90) minus 13 Euro. Im Ergeb­nis fließt das vol­le Net­to wei­ter – der Mut­ter­schutz ist die ein­zi­ge Lohn­er­satz­leis­tung ohne Ein­kom­mens­lü­cke. Bei­de Zah­lun­gen sind steu­er­frei, unter­lie­gen aber dem Progressionsvorbehalt.

Die 210-Euro-Regel für pri­vat und fami­li­en­ver­si­cher­te Frauen

Wer pri­vat ver­si­chert oder fami­li­en­ver­si­chert ist (etwa im Mini­job), erhält von der Kran­ken­kas­se nichts – statt­des­sen zahlt das Bun­des­amt für Sozia­le Siche­rung ein­ma­lig bis zu 210 Euro für die gesam­te Schutz­frist. Der Arbeit­ge­ber­zu­schuss auf das Net­to ober­halb von 13 Euro je Tag bleibt davon unbe­rührt – auch PKV-ver­si­cher­te Ange­stell­te erhal­ten ihn in vol­ler Höhe. Die Lücke gegen­über gesetz­lich Ver­si­cher­ten beträgt damit gut 1.000 Euro: 13 Euro × 98 Tage wären 1.274 Euro, das Bun­des­amt zahlt 210 Euro. Eini­ge PKV-Tari­fe glei­chen das aus – ein Punkt, den Frau­en vor der Fami­li­en­pla­nung im Tarif prü­fen sollten.

Schutz­fris­ten: Wann beginnt und endet die Zahlung?

Die Schutz­frist beginnt 6 Wochen vor dem errech­ne­ten Ter­min und endet 8 Wochen nach der Geburt – zusam­men 98 Kalen­der­ta­ge. Bei Mehr­lings- und Früh­ge­bur­ten sowie bei Kin­dern mit Behin­de­rung ver­län­gert sich die Frist nach der Geburt auf 12 Wochen (ins­ge­samt 126 Tage). Kommt das Kind frü­her als errech­net, wan­dern die nicht genom­me­nen Tage nach hin­ten – die Gesamt­dau­er bleibt erhal­ten. Vor der Geburt dür­fen Sie auf eige­nen Wunsch wei­ter­ar­bei­ten, danach gilt ein abso­lu­tes Beschäftigungsverbot.

Mut­ter­schafts­geld und Eltern­geld: der Übergang

Der Rech­ner zeigt es deut­lich: Im Mut­ter­schutz gibt es 100 Pro­zent, danach mit dem Eltern­geld nur noch 65 bis 67 Pro­zent des Net­tos (gede­ckelt bei 1.800 Euro). Wich­tig für die Pla­nung: Die Mut­ter­schutz-Wochen nach der Geburt ver­brau­chen Eltern­geld-Mona­te der Mut­ter – das Mut­ter­schafts­geld wird auf das Basis­eltern­geld ange­rech­net. Wer die Eltern­zeit auf­teilt, soll­te des­halb die Part­ner­mo­na­te stra­te­gisch legen. Bean­tra­gen Sie das Mut­ter­schafts­geld etwa 7 Wochen vor dem Ter­min bei der Kran­ken­kas­se (mit dem Zeug­nis über den vor­aus­sicht­li­chen Ent­bin­dungs­tag) – und den­ken Sie an Kin­der­geld und Eltern­geld direkt nach der Geburt.

Pra­xis­bei­spiel: 2.400 € Netto

Bei 2.400 € Net­to beträgt das kalen­der­täg­li­che Net­to 80 €. Für die 98 Tage Schutz­frist zahlt die Kran­ken­kas­se 13 € pro Tag (1.274 €), den Rest stockt der Arbeit­ge­ber auf (6.566 €) – zusam­men 7.840 €, also das vol­le Net­to. Pri­vat oder fami­li­en­ver­si­chert feh­len die 13 €/Tag der Kas­se: hier gibt es nur ein­ma­lig 210 €.

Der Über­gang aufs Elterngeld

Mit dem Ende der Schutz­frist beginnt das Eltern­geld – und das ersetzt nur noch rund 65 % des Net­tos. Die Mut­ter­schutz-Wochen nach der Geburt ver­brau­chen dabei Eltern­geld-Mona­te der Mut­ter. Direkt nach der Geburt soll­te auch das Kin­der­geld bean­tragt wer­den (rück­wir­kend nur 6 Monate).

Häu­fig gestell­te Fragen

Wie viel Mut­ter­schafts­geld bekom­me ich bei 2.400 Euro netto?

Ihr kalen­der­täg­li­ches Net­to beträgt 80 Euro. Die Kran­ken­kas­se zahlt 13 Euro × 98 Tage = 1.274 Euro, der Arbeit­ge­ber 67 Euro × 98 Tage = 6.566 Euro – zusam­men 7.840 Euro, exakt Ihr Net­to für die gesam­te Schutzfrist.

Wer zahlt das Mutterschaftsgeld?

Gesetz­lich Ver­si­cher­te: die Kran­ken­kas­se (13 €/Tag) plus Arbeit­ge­ber­zu­schuss. Pri­vat- und Fami­li­en­ver­si­cher­te: ein­ma­lig bis 210 Euro vom Bun­des­amt für Sozia­le Siche­rung plus Arbeit­ge­ber­zu­schuss. Der Arbeit­ge­ber holt sich sei­nen Anteil über die U2-Umla­ge voll­stän­dig zurück.

Ist das Mut­ter­schafts­geld steuerfrei?

Ja, eben­so der Arbeit­ge­ber­zu­schuss – bei­de unter­lie­gen aber dem Pro­gres­si­ons­vor­be­halt und erhö­hen den Steu­er­satz auf das übri­ge Jah­res­ein­kom­men. Die Steu­er­erklä­rung wird ab 410 Euro Lohn­er­satz Pflicht.

Bekom­me ich als Mini­job­be­rin Mutterschaftsgeld?

Als fami­li­en­ver­si­cher­te Mini­job­be­rin erhal­ten Sie ein­ma­lig bis 210 Euro vom Bun­des­amt für Sozia­le Siche­rung – plus Arbeit­ge­ber­zu­schuss, falls Ihr kalen­der­täg­li­ches Net­to über 13 Euro liegt (ab etwa 390 Euro Monatsverdienst).

Was gilt für Selbstständige?

Frei­wil­lig gesetz­lich Ver­si­cher­te mit Kran­ken­geld­an­spruch erhal­ten Mut­ter­schafts­geld in Höhe ihres Kran­ken­gelds (70 Pro­zent des Ein­kom­mens). Pri­vat ver­si­cher­te Selbst­stän­di­ge gehen leer aus – hier zahlt nur ein Kran­ken­ta­ge­geld-Tarif, sofern er Mut­ter­schutz einschließt.

Wann muss ich das Mut­ter­schafts­geld beantragen?

Frü­hes­tens 7 Wochen vor dem errech­ne­ten Ter­min – mit der Beschei­ni­gung von Arzt oder Heb­am­me bei der Kran­ken­kas­se (bzw. online beim Bun­des­amt für Sozia­le Siche­rung). Der Arbeit­ge­ber­zu­schuss läuft auto­ma­tisch über die Lohnabrechnung.

Wei­ter­füh­ren­de Themen

Gemäß §60 VVG weisen wir auf eine eingeschränkte Versicherer- und Tarifauswahl hin.

Nicht enthalten im Versicherungsvergleich auf versicherungsvergleiche.de sind insbesondere Versicherungsunternehmen und deren Tarife, die nicht mit freien Versicherungsmaklern zusammenarbeiten und die dem Makler in der Regel auch keine Informationen zu aktuellen Preisen und Bedingungen zur Verfügung stellen