Vorsorge-Überblick
Vorsorgeversicherung 2026: Welche brauchen Sie?
Fachlich geprüft mit Blick auf die Absicherungsreihenfolge (Einkommen zuerst) und die staatlichen Versorgungslücken je Risiko.
Vorsorgeversicherungen sichern die großen Lebensrisiken ab: den Verlust der Arbeitskraft, den Todesfall, den Pflegefall. Die staatliche Absicherung lässt dabei Lücken von mehreren tausend Euro im Monat – diese Übersicht führt Sie in einer Minute zum passenden Baustein.
Das Wichtigste in Kürze
- Das größte Risiko ist der Verlust des Einkommens: Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente liegt bei nur rund 900 €/Monat – die Berufsunfähigkeitsversicherung (ab ca. 18 €/Monat) schließt diese Lücke.
- Die staatlichen Lücken betragen je nach Risiko bis zu 3.000 € monatlich – beim Verlust von Grundfähigkeiten zahlt der Staat gar nichts.
- Sinnvolle Reihenfolge: erst das Einkommen, dann die Familie, dann Pflege und Bestattung.
- Je jünger und gesünder beim Abschluss, desto günstiger – und desto unkomplizierter die Gesundheitsprüfung.
Was möchten Sie absichern?
Welche Vorsorgeversicherung brauchen Sie? Zwei Klicks bis zur Empfehlung.
Alle Vorsorge- und Risikoversicherungen im Überblick
Sieben Bausteine, vier Lebensbereiche. Jede Kachel führt zur Spartenseite mit Leistungen, Kosten und Vergleich.
Einkommen & Arbeitskraft
das finanziell größte Risiko zuerst
Familie & Hinterbliebene
wenn das Undenkbare passiert
Gesundheit & Pflege
die Lücke, die fast jeden trifft
Was sind Vorsorgeversicherungen?
Einkommen
Krankheit oder Unfall beenden das Berufsleben – das Gehalt fällt weg, die Kosten bleiben.BU, Grundfähigkeit oder Unfallversicherung ersetzen das Einkommen.
Familie
Der Hauptverdiener stirbt – Miete, Kredit und Lebenshaltung laufen weiter.Risikoleben und Sterbegeld fangen die Hinterbliebenen auf.
Pflege
Der Pflegefall kostet in Deutschland schnell 3.000 bis 4.000 € im Monat – die Pflegekasse zahlt nur einen Teil.Die Pflegezusatzversicherung schützt Vermögen und Angehörige.
ⓘ KI-generiertes Video – digitaler Avatar, synthetische Stimme · Inhalt fachlich geprüft von Andreas Quast
Staatliche Absicherung vs. tatsächlicher Bedarf
Richtwerte 2026 – die monatliche Lücke ist das, was Vorsorgeversicherungen schließen.
| Risiko | Staatliche Leistung | Tatsächlicher Bedarf | Monatliche Lücke |
|---|---|---|---|
| Berufsunfähigkeit | ~900 €/Mo. (Erwerbsminderungsrente) | 2.000–3.500 €/Mo. | bis zu 2.600 € |
| Pflegefall | max. 1.775 €/Mo. | 2.500–4.000 €/Mo. | bis zu 2.225 € |
| Tod (Hinterbliebene) | ~800 €/Mo. (Witwen-/Witwerrente) | 2.000–3.000 €/Mo. | bis zu 2.200 € |
| Grundfähigkeitsverlust | 0 € (keine staatliche Leistung) | 1.500–3.000 €/Mo. | bis zu 3.000 € |
In welcher Reihenfolge absichern?
Niemand braucht alle sieben Bausteine sofort – entscheidend ist die Reihenfolge nach Existenzrisiko: Zuerst das Einkommen (BU oder Grundfähigkeit), denn ohne Einkommen trägt sich keine andere Vorsorge. Dann die Familie, wenn andere von Ihrem Einkommen abhängen – Risikoleben in Höhe von drei bis fünf Bruttojahresgehältern bzw. der Kreditsumme. Danach Pflege und Bestattung – je früher, desto günstiger der Einstieg.
Die Faustfrage für jede Police: Welcher Ausfall würde meine Existenz oder die meiner Familie gefährden? Genau dort gehört der erste Euro Beitrag hin.
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Welche Vorsorgeversicherung passt zu Ihrer Lebenssituation?
Typische Kombinationen – die Feinabstimmung übernimmt der Vergleich auf der jeweiligen Spartenseite.
| Zielgruppe | Empfohlene Absicherung | Priorität |
|---|---|---|
| Berufsanfänger (20–30 J.) | BU + ggf. Risikoleben | Sehr hoch |
| Familie mit Kindern | Risikoleben + BU | Sehr hoch |
| Selbstständige | BU (oder Grundfähigkeit) + Pflegezusatz | Hoch |
| Angestellte 40+ | Pflegezusatz + BU (falls noch möglich) | Hoch |
| Rentner / Senioren | Sterbegeldversicherung + Pflegezusatz | Mittel |
Kosten der Vorsorgeversicherungen im Vergleich
Beispielbeiträge für typische Profile (Stand: Juli 2026) – die Hauptfaktoren bestimmen den individuellen Beitrag.
| Baustein | Beispielprofil | Monatsbeitrag | Hauptfaktoren |
|---|---|---|---|
| Berufsunfähigkeit | 30 J., Bürokaufmann, 1.500 €/Mo. BU-Rente | ca. 60 €/Mo. | Alter, Beruf, Gesundheit, Rentenhöhe |
| Risikoleben | 35 J., 300.000 €, 20 Jahre Laufzeit | ca. 10–15 €/Mo. | Alter, Raucherstatus, Versicherungssumme |
| Pflegezusatz | 40 J., 1.500 €/Mo. Pflegetagegeld | ca. 25–40 €/Mo. | Alter, Leistungsumfang, Pflegegrade |
| Sterbegeldversicherung | 60 J., 10.000 € Versicherungssumme | ca. 15–25 €/Mo. | Alter, Versicherungssumme |
| Grundfähigkeit | 35 J., Handwerker, 1.500 €/Mo. | ca. 30–50 €/Mo. | Alter, Beruf, Fähigkeiten |
Häufige Fragen zu Vorsorgeversicherungen
Welche Vorsorgeversicherung ist die wichtigste?
Für fast alle Erwerbstätigen: die Absicherung des Einkommens. Ohne Arbeitskraft trägt sich keine Miete, kein Kredit und keine andere Vorsorge – und die gesetzliche Erwerbsminderungsrente liegt mit rund 900 Euro im Monat weit unter dem tatsächlichen Bedarf. Erste Wahl ist die Berufsunfähigkeitsversicherung; wo sie zu teuer oder nicht zu bekommen ist, sind Grundfähigkeitsversicherung oder Multirente die sinnvolle Alternative. Alles Weitere folgt der Lebenssituation – die Zielgruppen-Übersicht oben zeigt die typischen Kombinationen.
Reicht die staatliche Absicherung nicht aus?
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Bei Berufsunfähigkeit zahlt der Staat rund 900 Euro Erwerbsminderungsrente – benötigt werden meist 2.000 bis 3.500 Euro. Im Pflegefall deckt die Pflegekasse maximal 1.775 Euro von real 2.500 bis 4.000 Euro. Hinterbliebene erhalten etwa 800 Euro Witwenrente. Und beim Verlust von Grundfähigkeiten ohne Berufsbezug zahlt der Staat gar nichts. Die monatlichen Lücken von bis zu 3.000 Euro sind genau das, was private Vorsorgeversicherungen schließen – die Tabelle oben zeigt die Richtwerte 2026 im Detail.
In welcher Reihenfolge sollte ich vorsorgen?
Existenzbedrohendes zuerst: 1. Einkommen absichern (BU oder Grundfähigkeit) – das Fundament jeder weiteren Planung. 2. Familie absichern, sobald andere von Ihrem Einkommen abhängen: Risikoleben in Höhe von drei bis fünf Bruttojahresgehältern oder der Restschuld des Immobilienkredits. 3. Pflegezusatz – idealerweise vor dem 45. Lebensjahr, solange die Beiträge niedrig sind. 4. Sterbegeld als Baustein für den Nachlass. Wichtig: lieber einen Baustein richtig dimensionieren als vier Bausteine zu knapp.
Was kostet eine gute Vorsorge?
Weniger, als der Ernstfall kostet: Eine Risikolebensversicherung über 300.000 Euro gibt es für einen gesunden 35-Jährigen ab etwa 10 Euro im Monat, der BU-Einstieg beginnt je nach Beruf bei rund 18 Euro, Pflegezusatz ab etwa 15 Euro und Sterbegeld ab 5 Euro monatlich. Die Beispielrechnungen in der Kosten-Tabelle oben zeigen realistische Profile. Entscheidend für den Beitrag sind überall Eintrittsalter und Gesundheitszustand – deshalb gilt: früh abschließen zahlt sich doppelt aus.
BU oder Grundfähigkeitsversicherung – was passt zu mir?
Die BU ist der Goldstandard, weil sie am konkreten Beruf ansetzt: Wer seinen zuletzt ausgeübten Beruf zu 50 % nicht mehr ausüben kann, erhält die Rente. Für körperlich Tätige – Handwerker, Pflegekräfte, Fahrer – ist die BU allerdings oft teuer. Dann lohnt der Blick auf die Grundfähigkeitsversicherung (zahlt beim Verlust definierter Fähigkeiten wie Gehen, Greifen, Autofahren) oder die Multirente: spürbar günstiger, dafür enger definierte Leistungsauslöser. Der Vergleich beider Wege inklusive Beitragsrechnung steht auf den jeweiligen Spartenseiten.
Brauche ich eine Risikolebensversicherung?
Sobald andere Menschen von Ihrem Einkommen abhängen: ja. Klassische Auslöser sind Familiengründung und Immobilienkredit – die Todesfallsumme sollte drei bis fünf Bruttojahresgehälter bzw. die Restschuld abdecken. Paare sichern sich am besten über zwei einzelne Verträge gegenseitig ab (steuerlich günstiger als ein verbundener Vertrag). Wichtig zur Abgrenzung: Die Risikoleben ist reiner Schutz ohne Sparanteil – deshalb sind hohe Summen so günstig. Kapitalbildende Lebensversicherungen sind ein anderes (und selten empfehlenswertes) Produkt.
Wann sollte ich abschließen – und was ist mit Gesundheitsfragen?
So früh wie sinnvoll möglich: Mit jedem Lebensjahr steigen die Beiträge, und jede neue Diagnose kann zu Zuschlägen, Ausschlüssen oder Ablehnung führen. Die Gesundheitsfragen müssen vollständig und wahrheitsgemäß beantwortet werden – Falschangaben gefährden den Schutz im Leistungsfall (vorvertragliche Anzeigepflicht). Bei Vorerkrankungen lohnt eine anonyme Risikovoranfrage über einen Makler: So erfahren Sie die Annahmebedingungen mehrerer Versicherer, ohne dass eine Ablehnung aktenkundig wird.
Reicht eine Unfallversicherung statt der BU?
Nein – das ist einer der häufigsten Irrtümer in der Vorsorgeberatung. Die Unfallversicherung zahlt nur bei bleibender Invalidität durch einen Unfall – aber rund 90 % aller Berufsunfähigkeitsfälle entstehen durch Krankheiten: Psyche, Rücken, Krebs, Herz-Kreislauf. Die Unfallversicherung ist ein sinnvoller, günstiger Zusatzbaustein (weltweiter 24/7‑Schutz, hohe Kapitalsummen) – aber kein Ersatz für die Absicherung der Arbeitskraft.
Wann lohnt sich die Pflegezusatzversicherung?
Je früher, desto besser das Verhältnis aus Beitrag und Leistung: Wer mit 40 einsteigt, zahlt für 1.500 Euro Pflegetagegeld etwa 25 bis 40 Euro im Monat – mit 60 deutlich mehr, und nach ersten Diagnosen wird es schwierig. Die Lücke, um die es geht, beträgt im Pflegefall bis zu 2.225 Euro monatlich; ungedeckt zehrt sie Erspartes auf und kann über den Elternunterhalt auch die Kinder treffen. Wichtig bei der Tarifwahl: Leistung ab Pflegegrad 2, Dynamik-Option und Beitragsbefreiung im Pflegefall.
Ist eine Sterbegeldversicherung sinnvoll – oder reicht eine Rücklage?
Ehrliche Antwort: Wer 8.000 bis 12.000 Euro Bestattungskosten problemlos aus Rücklagen decken kann und will, braucht keine Sterbegeldversicherung. Sinnvoll ist sie für alle, die genau das nicht sicherstellen können oder ihr Vermögen nicht antasten wollen – und für Ältere, die keine Risikoleben mehr bekommen: Der Abschluss ist oft bis 80 möglich, meist ohne Gesundheitsfragen (dafür mit Wartezeit). Sie zählt zudem zum Schonvermögen, wenn im Pflegefall Sozialleistungen ins Spiel kommen.
Was ist eine Vorsorgeversicherung?
Eine Vorsorgeversicherung umfasst Absicherungsformen wie Risikolebensversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung, Sterbegeldversicherung und private Unfallversicherung, die zusammen einen umfassenden Schutz vor den finanziellen Folgen von Invalidität, Berufsunfähigkeit und Tod bieten. Eine auf die individuelle Lebenssituation abgestimmte Vorsorge ist die Grundlage finanzieller Sicherheit.