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Fach­lich geprüft mit Blick auf die Ren­ten­sät­ze der Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung nach §§ 46, 242a SGB VI, die Ein­kom­mens­an­rech­nung mit Frei­be­trä­gen nach § 97 SGB VI sowie die Pau­schal­ab­zü­ge nach § 18b SGB IV in der ab Juli 2026 gel­ten­den Fassung.

Das Wich­tigs­te in Kürze

  • Gro­ße Wit­wen­ren­te: 55 % der Ren­te des Ver­stor­be­nen (altes Recht: 60 %), klei­ne Wit­wen­ren­te 25 % für max. 24 Mona­te – im Ster­be­vier­tel­jahr (3 Mona­te) fließt die vol­le Rente.
  • Ein­kom­mens­an­rech­nung ab Monat 4: Vom Brut­to gehen Pau­scha­len ab (Lohn −40 %, eige­ne Ren­te −14 %), was den Frei­be­trag von 1.122,53 € über­steigt (ab 07/2026; +238,11 € je Wai­sen­ren­ten-Kind), kürzt die Ren­te um 40 %.
  • Faust­re­gel: Bis ca. 1.870 € Brut­to­lohn bleibt die Wit­wen­ren­te ungekürzt.
  • Alters­gren­ze für die gro­ße Wit­wen­ren­te bei Todes­fäl­len 2026: 46 Jah­re und 6 Mona­te (steigt bis 2029 auf 47).
  • Bei Wie­der­hei­rat endet die Ren­te gegen Abfin­dung von 24 Monats­ren­ten; Anspruch ruht (erlischt nicht) bei hohem Einkommen.

Stand: Juli 2026 · aktu­el­ler Ren­ten­wert 42,52 € (seit 1. Juli 2026)

Die gro­ße Wit­wen­ren­te beträgt 55 Pro­zent der Ren­te des ver­stor­be­nen Part­ners (nach altem Recht 60 Pro­zent) – und eige­nes Ein­kom­men über dem Frei­be­trag von 1.122,53 Euro wird zu 40 Pro­zent ange­rech­net. Der Rech­ner zeigt in einer Minu­te, was Ihnen nach dem Ster­be­vier­tel­jahr tat­säch­lich bleibt – und wie groß die Lücke zur bis­he­ri­gen Ver­sor­gung ist.

Wit­wen­ren­te berechnen

Ver­ein­fach­te Schät­zung (Stand ab 1.7.2026, aktu­el­ler Ren­ten­wert 42,52 €): Ren­ten­sät­ze nach §§ 46, 242a, 255 SGB VI, Ein­kom­mens­an­rech­nung nach § 97 SGB VI (Frei­be­trag 1.122,53 € + 238,11 € je wai­sen­ren­ten­be­rech­tig­tem Kind, 40 % des über­stei­gen­den Net­to-Ein­kom­mens), Pau­schal­ab­zü­ge nach § 18b SGB IV (gesetz­li­che Ren­te: Satz für Leis­tungs­be­ginn ab 2011). Nicht berück­sich­tigt: Ren­ten­ab­schlä­ge des Ver­stor­be­nen (bis 10,8 % bei Tod vor dem 65. Lebens­jahr), Zuschlag für Kin­der­er­zie­hung, Ver­mö­gens­ein­kom­men. Ver­bind­lich ent­schei­det die Deut­sche Rentenversicherung.

Wie hoch ist die Witwenrente?

Drei Sät­ze gibt es (§§ 46, 242a, 255 SGB VI): Die gro­ße Wit­wen­ren­te beträgt 55 Pro­zent der Ren­te, die der oder die Ver­stor­be­ne bezo­gen hat oder bei Erwerbs­min­de­rung bekom­men hät­te. Für Ehen nach altem Recht – Hei­rat vor 2002 und min­des­tens ein Part­ner vor dem 2. Janu­ar 1962 gebo­ren – blei­ben es 60 Pro­zent. Die klei­ne Wit­wen­ren­te für Jün­ge­re ohne Kin­der­er­zie­hung liegt bei 25 Pro­zent und wird nach neu­em Recht nur 24 Mona­te gezahlt. In den ers­ten drei Mona­ten nach dem Todes­mo­nat – dem Ster­be­vier­tel­jahr – fließt die vol­le Ren­te des Ver­stor­be­nen ohne jede Anrechnung.

Ren­ten­art Satz Dau­er
Ster­be­vier­tel­jahr 100 % 3 Mona­te
Gro­ße Wit­wen­ren­te (neu­es Recht) 55 % unbe­fris­tet
Gro­ße Wit­wen­ren­te (altes Recht) 60 % unbe­fris­tet
Klei­ne Wit­wen­ren­te (neu­es Recht) 25 % max. 24 Monate

Wer bekommt die gro­ße Witwenrente?

Vor­aus­set­zung ist neben der grund­sätz­lich min­des­tens ein­jäh­ri­gen Ehe (Aus­nah­me: etwa Unfall­tod) eine von drei Bedin­gun­gen: Sie haben das Min­dest­al­ter erreicht – für Todes­fäl­le 2026: 46 Jah­re und 6 Mona­te (die Gren­ze steigt bis 2029 schritt­wei­se auf 47) –, Sie erzie­hen ein min­der­jäh­ri­ges Kind, oder Sie sind selbst erwerbs­ge­min­dert. Wer kei­ne der Bedin­gun­gen erfüllt, erhält die klei­ne Wit­wen­ren­te. Maß­geb­lich ist immer das Todes­jahr, nicht das Antrags­jahr – und der Antrag lohnt schnell: Über den Ren­ten­ser­vice der Deut­schen Post gibt es das Ster­be­vier­tel­jahr als Vorschuss.

Wie wird eige­nes Ein­kom­men angerechnet?

Ab dem vier­ten Monat prüft die Ren­ten­ver­si­che­rung Ihr Ein­kom­men (§ 97 SGB VI): Vom Brut­to wer­den zunächst Pau­scha­len abge­zo­gen – 40 Pro­zent bei Arbeits­ent­gelt, 14 Pro­zent bei der eige­nen gesetz­li­chen Ren­te (Leis­tungs­be­ginn ab 2011), 39,8 Pro­zent bei selbst­stän­di­gem Ein­kom­men. Was danach den Frei­be­trag von 1.122,53 Euro über­steigt (ab 1. Juli 2026; je wai­sen­ren­ten­be­rech­tig­tem Kind plus 238,11 Euro), min­dert die Wit­wen­ren­te um 40 Pro­zent des Über­schus­ses. Faust­re­gel für Arbeit­neh­mer ohne Kin­der: Bis rund 1.870 Euro Brut­to­lohn bleibt die Wit­wen­ren­te unge­kürzt. Wich­tig: Ruht die Ren­te wegen hohen Ein­kom­mens, erlischt der Anspruch nicht – beim Ren­ten­ein­tritt lebt die Zah­lung oft wie­der auf.

War­um die Wit­wen­ren­te die Ver­sor­gung nicht ersetzt

Die Sys­te­ma­tik macht es deut­lich: Aus 1.600 Euro Ren­te wer­den nach dem Ster­be­vier­tel­jahr höchs­tens 880 Euro (55 Pro­zent) – bei eige­nem Ein­kom­men schnell deut­lich weni­ger, bis hin zum voll­stän­di­gen Ruhen. Mie­te, Kre­di­te und Fix­kos­ten sin­ken aber nicht um 45 Pro­zent. Die­se struk­tu­rel­le Lücke ist der Grund, war­um Paa­re die Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung zu Leb­zei­ten pri­vat ergän­zen soll­ten: Eine Risi­ko­le­bens­ver­si­che­rung zahlt eine frei ver­ein­bar­te Sum­me steu­er­frei aus – ohne Ein­kom­mens­an­rech­nung, ohne Alters­gren­ze und ohne Ver­lust bei Wie­der­hei­rat. Gera­de für jün­ge­re Fami­li­en, die nur die befris­te­te klei­ne Wit­wen­ren­te erhiel­ten, ist sie der eigent­li­che Hinterbliebenenschutz.

Pra­xis­bei­spiel: 1.600 € Ren­te des Partners

Aus 1.600 € Ren­te des Ver­stor­be­nen wer­den nach dem Ster­be­vier­tel­jahr 55 % = 880 € gro­ße Wit­wen­ren­te. Ver­dient die hin­ter­blie­be­ne Per­son bis rund 1.870 € brut­to, bleibt es dabei; dar­über wer­den 40 % des Net­to-Ein­kom­mens abge­zo­gen, das den Frei­be­trag von 1.122,53 € über­steigt. Ihre per­sön­li­che Höhe zeigt der Rech­ner oben.

War­um die Wit­wen­ren­te kein Ersatz ist

Selbst im bes­ten Fall ersetzt die Wit­wen­ren­te nur gut die Hälf­te der Ren­te – bei eige­nem Erwerbs­ein­kom­men oft deut­lich weni­ger. Die­se Lücke schließt zu Leb­zei­ten nur eine Risi­ko­le­bens­ver­si­che­rung: Sie zahlt eine frei wähl­ba­re Sum­me steu­er­frei aus, ohne Ein­kom­mens­an­rech­nung und ohne Wiederheirats-Klausel.

Häu­fig gestell­te Fragen

Wie viel Pro­zent Wit­wen­ren­te bekom­me ich?

55 Pro­zent der Ren­te des Ver­stor­be­nen nach neu­em Recht, 60 Pro­zent nach altem Recht (Hei­rat vor 2002, ein Part­ner vor dem 2.1.1962 gebo­ren), 25 Pro­zent als klei­ne Wit­wen­ren­te. In den ers­ten drei Mona­ten gibt es die vol­le Rente.

Wie viel darf ich neben der Wit­wen­ren­te verdienen?

Als Arbeit­neh­mer ohne Kin­der bleibt Ihr Lohn bis rund 1.870 Euro brut­to fol­gen­los (Pau­schal­ab­zug 40 Pro­zent, dann Frei­be­trag 1.122,53 Euro). Dar­über wer­den 40 Pro­zent des über­stei­gen­den Net­to-Betrags abgezogen.

Wird mei­ne eige­ne Ren­te auf die Wit­wen­ren­te angerechnet?

Ja – von der eige­nen gesetz­li­chen Ren­te wer­den pau­schal 14 Pro­zent abge­zo­gen, der Rest über dem Frei­be­trag min­dert die Wit­wen­ren­te um 40 Pro­zent. Des­halb sinkt die Wit­wen­ren­te beim eige­nen Ren­ten­ein­tritt häu­fig – oder steigt, wenn das Erwerbs­ein­kom­men wegfällt.

Was pas­siert bei Wiederheirat?

Die Wit­wen­ren­te endet. Als Aus­gleich gibt es eine Abfin­dung in Höhe von 24 Monats­ren­ten (Durch­schnitt der letz­ten zwölf Mona­te). Eine pri­va­te Risi­ko­le­bens-Aus­zah­lung bleibt davon unberührt.

Bekom­me ich Wit­wen­ren­te nach nur kur­zer Ehe?

Grund­sätz­lich muss die Ehe min­des­tens ein Jahr bestan­den haben. Bei Unfall­tod oder wenn die Hei­rat erkenn­bar nicht der Ver­sor­gung dien­te, zahlt die Ren­ten­ver­si­che­rung auch früher.

Steigt die Wit­wen­ren­te mit der Rentenerhöhung?

Ja – sie folgt der jähr­li­chen Ren­ten­an­pas­sung zum 1. Juli. 2026 stieg der aktu­el­le Ren­ten­wert um 4,24 Pro­zent auf 42,52 Euro; damit stie­gen auch Wit­wen­ren­ten und der Anrechnungs-Freibetrag.

Wei­ter­füh­ren­de Themen

Gemäß §60 VVG weisen wir auf eine eingeschränkte Versicherer- und Tarifauswahl hin.

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