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Was zahlt die private Pflegepflichtversicherung?

Aktualisiert: 14. Juni 2026  ·  Veröffentlicht: 06. April 2024
Von Andreas Quast Aktualisiert:
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Die private Pflegepflichtversicherung zahlt Leistungen bei Pflegebedürftigkeit, die denen der gesetzlichen Pflegeversicherung entsprechen: Pflegegeld, Pflegesachleistungen, stationäre und teilstationäre Pflege sowie Pflegehilfsmittel. Allerdings deckt sie in der Regel nur einen Teil der tatsächlichen Pflegekosten ab – eine Lücke, die viele durch zusätzliche Pflegezusatzversicherungen schließen.

Die pri­va­te Pfle­ge­pflicht­ver­si­che­rung zahlt Leis­tun­gen bei Pfle­ge­be­dürf­tig­keit, die denen der gesetz­li­chen Pfle­ge­ver­si­che­rung ent­spre­chen: Pfle­ge­geld, Pfle­ge­sach­leis­tun­gen, sta­tio­nä­re und teil­sta­tio­nä­re Pfle­ge sowie Pfle­ge­hilfs­mit­tel. Aller­dings deckt sie in der Regel nur einen Teil der tat­säch­li­chen Pfle­ge­kos­ten ab – eine Lücke, die vie­le durch zusätz­li­che Pfle­ge­zu­satz­ver­si­che­run­gen schließen.

Leis­tungs­um­fang der pri­va­ten Pflegepflichtversicherung

Jeder pri­vat Kran­ken­ver­si­cher­te ist ver­pflich­tet, sich auch in der Pfle­ge­pflicht­ver­si­che­rung zu ver­si­chern. Die­se bie­tet fol­gen­de Leistungen:

  • Pfle­ge­geld für häus­li­che Pfle­ge: Regel­mä­ßi­ge finan­zi­el­le Zah­lun­gen (je nach Pfle­ge­grad ca. 125–901 Euro monat­lich), die Pfle­ge­be­dürf­ti­ge frei zur Orga­ni­sa­ti­on ihrer Pfle­ge ein­set­zen kön­nen – ide­al, wenn Ange­hö­ri­ge die Pfle­ge übernehmen.
  • Pfle­ge­sach­leis­tun­gen: Direkt­zah­lung an pro­fes­sio­nel­le Pfle­ge­diens­te für ambu­lan­te Pfle­ge zu Hau­se (je nach Pfle­ge­grad ca. 689–3.393 Euro monatlich).
  • Teil­sta­tio­nä­re Pfle­ge: Finan­zie­rung von Tages- und Nacht­pfle­ge­ein­rich­tun­gen als ergän­zen­de Betreuung.
  • Kurz­zeit­pfle­ge: Über­nah­me von bis zu 8 Wochen vor­über­ge­hen­der voll­sta­tio­nä­rer Pfle­ge pro Kalenderjahr.
  • Voll­sta­tio­nä­re Pfle­ge: Leis­tungs­zu­schuss für Pfle­ge­heim­kos­ten – deckt aller­dings meist nur ca. 1.612–3.393 Euro monat­lich ab, Eigen­an­tei­le blei­ben bestehen.
  • Pfle­ge­hilfs­mit­tel und tech­ni­sche Hil­fen: Kos­ten­über­nah­me für not­wen­di­ge Gerä­te wie Roll­stüh­le, Pfle­ge­bet­ten oder Bade­hil­fen bis ca. 40 Euro monat­lich für Verbrauchsmittel.
  • Pfle­ge­be­ra­tung und Schu­lun­gen: Kos­ten­lo­se Bera­tung für Ver­si­cher­te und Ange­hö­ri­ge sowie kos­ten­lo­se Pfle­ge­kur­se zur Qua­li­täts­si­che­rung der häus­li­chen Pflege.

Unter­schie­de zur gesetz­li­chen Pfle­ge­ver­si­che­rung und prak­ti­sche Bedeutung

Die pri­va­te Pfle­ge­pflicht­ver­si­che­rung ist gesetz­lich so gere­gelt, dass Leis­tun­gen und Bei­trags­kal­ku­la­ti­on der gesetz­li­chen Pfle­ge­ver­si­che­rung ent­spre­chen – es gibt kei­ne Risi­ko­zu­schlä­ge oder War­te­zei­ten. Aller­dings zei­gen sich in der Pra­xis oft Unter­schie­de: Pri­va­te Ver­si­che­rer kön­nen bei der Ver­trags­ge­stal­tung etwas mehr Fle­xi­bi­li­tät bie­ten, etwa bei erwei­ter­ten Leis­tun­gen oder bes­se­ren Bedingungen.

Das zen­tra­le Pro­blem: Weder die gesetz­li­che noch die pri­va­te Pfle­ge­pflicht­ver­si­che­rung deckt die voll­stän­di­gen Pfle­ge­kos­ten ab. Bei voll­sta­tio­nä­rer Pfle­ge ent­ste­hen schnell Lücken von meh­re­ren hun­dert Euro monat­lich, die aus eige­nen Mit­teln bezahlt wer­den müs­sen – oder durch eine pri­va­te Pfle­ge­zu­satz­ver­si­che­rung abge­deckt wer­den können.

Prak­ti­sche Check­lis­te: Was Sie wis­sen sollten

  • Über­prü­fen Sie Ihren aktu­el­len Ver­si­che­rungs­sta­tus – sind Sie pri­vat oder gesetz­lich versichert?
  • Bean­tra­gen Sie bei Pfle­ge­be­dürf­tig­keit schnellst­mög­lich eine Ein­stu­fung durch den MDK (Medi­zi­ni­schen Dienst), um Leis­tun­gen zu erhalten.
  • Kal­ku­lie­ren Sie mit eige­nen Zuzah­lun­gen – die Pfle­ge­pflicht­ver­si­che­rung deckt durch­schnitt­lich nur 50–75 % der Kosten.
  • Erwä­gen Sie eine Pfle­ge­zu­satz­ver­si­che­rung, beson­ders wenn Sie sich voll­sta­tio­nä­re Pfle­ge nicht leis­ten könnten.
  • Nut­zen Sie die kos­ten­lo­sen Pfle­ge­kur­se, um die Qua­li­tät der häus­li­chen Betreuung zu sichern.
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