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Was ist der Baupreisindex?

Aktualisiert: 14. Juni 2026  ·  Veröffentlicht: 26. April 2023
Von Andreas Quast Aktualisiert:
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Der Baupreisindex misst monatlich die Preisentwicklung von Baumaterialien, Lohnkosten und Betriebsmitteln im Bausektor und wird vom Statistischen Bundesamt (Destatis) veröffentlicht. Für Ihre Wohngebäudeversicherung ist er entscheidend, da er bestimmt, ob Ihre Versicherungssumme noch ausreicht, um Ihr Haus nach einem Schadensfall vollständig wiederherzustellen – und Unterversicherung zu vermeiden.

Der Bau­preis­in­dex misst monat­lich die Preis­ent­wick­lung von Bau­ma­te­ria­li­en, Lohn­kos­ten und Betriebs­mit­teln im Bau­sek­tor und wird vom Sta­tis­ti­schen Bun­des­amt (Desta­tis) ver­öf­fent­licht. Für Ihre Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung ist er ent­schei­dend, da er bestimmt, ob Ihre Ver­si­che­rungs­sum­me noch aus­reicht, um Ihr Haus nach einem Scha­dens­fall voll­stän­dig wie­der­her­zu­stel­len – und Unter­ver­si­che­rung zu vermeiden.

Auf­bau und Berech­nung des Baupreisindex

Der Bau­preis­in­dex nutzt das Basis­jahr 2015 als Refe­renz (= 100 Punk­te). Ein aktu­el­ler Wert von bei­spiels­wei­se 145 bedeu­tet, dass Bau­leis­tun­gen rund 45 Pro­zent teu­rer sind als 2015. Der Index erfasst fol­gen­de Kostentreiber:

  • Mate­ri­al­kos­ten: Beton, Stahl, Holz, Dämm­stof­fe, Flie­sen, Fens­ter und wei­te­re Baustoffe
  • Lohn­kos­ten: Tarif­ent­wick­lun­gen für Mau­rer, Elek­tri­ker, Dach­de­cker, Zim­mer­leu­te und Fachkräfte
  • Ener­gie­kos­ten: Strom, Gas und Heiz­öl auf Baustellen
  • Trans­port­kos­ten: Logis­tik und Lieferketten
  • Betriebs­mit­tel: Maschi­nen, Gerä­te und Betriebsausgaben

Im Zeit­raum 2022–2024 ver­zeich­ne­te Deutsch­land extre­me Stei­ge­run­gen durch Ener­gie­kri­sen, Mate­ri­al­eng­päs­se und Lohn­stei­ge­run­gen. Für 2026 ist mit sta­bi­le­rem, aber den­noch erhöh­tem Bau­preis­ni­veau zu rech­nen (Index ca. 135–140).

Prak­ti­sche Rele­vanz für Ihre Wohngebäudeversicherung

Ver­si­che­rer ori­en­tie­ren sich am Bau­preis­in­dex, um Ver­si­che­rungs­sum­men regel­mä­ßig anzu­pas­sen. Eine ver­al­te­te Sum­me führt zu Unter­ver­si­che­rung – Sie zah­len vol­le Prä­mi­en, erhal­ten aber im Scha­dens­fall weni­ger Ent­schä­di­gung als nötig. Bei­spiel: Kos­tet die Wie­der­her­stel­lung Ihres Hau­ses heu­te 420.000 Euro, Sie ver­si­chern es aber nur für 350.000 Euro, müs­sen Sie ca. 70.000 Euro selbst zahlen.

Moder­ne Tari­fe bie­ten zwei Schutz­me­cha­nis­men: Auto­ma­ti­sche Index­an­pas­sung erhöht die Ver­si­che­rungs­sum­me regel­mä­ßig (monat­lich, quar­tals­wei­se oder jähr­lich) ohne zusätz­li­che Prä­mie – erfra­gen Sie die Anpas­sungs­fre­quenz bei Ihrer Poli­ce. Infla­ti­ons­schutz­klau­seln garan­tie­ren Erhö­hun­gen unab­hän­gig von Bau­prei­sen und bie­ten zusätz­li­che Sicher­heit, kos­ten aber eine klei­ne Zusatzprämie.

Prak­ti­sche Maß­nah­men zur Ver­mei­dung von Unterversicherung

  • Ermit­teln Sie alle 2–3 Jah­re den aktu­el­len Wie­der­her­stel­lungs­wert: Wohn­flä­che × Qua­drat­me­ter­preis vor Ort
  • Nut­zen Sie kos­ten­lo­se Wert­ermitt­lungs­rech­ner von Gebäu­de­ver­si­che­rern oder des Insti­tuts für Scha­den­ver­hü­tung (IFS)
  • Wäh­len Sie einen Tarif mit auto­ma­ti­scher Bau­preis­in­dex-Anpas­sung – bevor­zugt monat­lich oder quartalsweise
  • Doku­men­tie­ren Sie Umbau­ten, Reno­vie­run­gen und Anbau­ten schrift­lich mit Rech­nun­gen und Kostenaufstellungen
  • Ver­glei­chen Sie gezielt Ver­si­che­rer nach deren Index­an­pas­sungs­mo­del­len und Leistungsdetails
  • Erwä­gen Sie optio­nal einen Infla­ti­ons­schutz – beson­ders sinn­voll bei älte­ren Immo­bi­li­en oder Häu­sern in teu­ren Regionen
  • Über­prü­fen Sie Ihre Poli­ce jähr­lich auf Aktua­li­tät und Anpassungsbedarf
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